Walter Helmut Fritz

Maskenzug

Gedichte
Cover: Maskenzug
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2003
ISBN 9783455022438
Gebunden, 96 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

Walter Helmut Fritz? Lyrik nahm, wie es Karl Krolow beschrieb, eine "Entwicklung von ruhiger Konsequenz". Und so greifen auch seine neuen Gedichte auf vertraute Motive zurück, ohne dass der Spannungsbogen des lyrischen Fragens je verloren ginge. Fritz' Gedichte nehmen Reiseerfahrungen auf, treten in imaginäre Dialoge mit Künstlern verschiedenster Provenienz und führen beharrlich Selbstgespräche, die mal von melancholischem Zweifel und mal von lichtdurchwehter Zuversicht gekennzeichnet sind. Im Mittelpunkt des neuen Bandes steht der 36-teilige Zyklus "Maskenzug", der sich aufmacht, in fernab gelegene Länder hinabzutauchen und den Geschichten hinter den "Masken" nachzuspüren. Walter Helmut Fritz' lyrische Erkundungen zeigen Menschen und Dinge ohne ihre Alltagsmaskeraden; sie schärfen unseren Blick für das Verborgene.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.07.2003

Auch wenn die Anlage des Bands als Triptychon "stimmig" sei, kann sich Iris Denneler nicht für die Gedichte von Walter Helmut Fritz begeistern: "Unauffälligkeit im Duktus und in der Thematik ist gerade sein Kennzeichen geworden". Entwicklung hat der heute 74-jährige Fritz in Dennelers Augen nicht gesucht, obwohl seit Ende der fünfziger Jahre mittlerweile mehr als fünfzig Einzelpublikationen erschienen sind, fügt sie fast vorwurfsvoll hinzu. Nicht nur, dass seine Welt um das "Überschaubare, das Unspektakuläre" kreise, bemängelt die Rezensentin, sondern es fehle vor allem eines in Fritz' Gedichten: das "hingegebene Bei-der-Sache-Sein". Denneler ist schlichtweg nicht ergriffen: "Die Worte bleiben in allzu großer Distanz, klarsichtverpackt, herzenskalt, wo wir uns Sprachverzweiflung, Wortmagie, gar Schweigen wünschen".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.06.2003

Einmal mehr zeigt dieser Gedichtband für Meike Fessmann die "Kunst vielsagender Verknappung", die dieser Lyriker ihrer Meinung nach perfekt beherrscht. Die Rezensentin betont, dass die große "Glaubwürdigkeit" und die "Autorität" von Walter Helmut Fritz in seiner Genauigkeit und Aufmerksamkeit liegen, und sie bemerkt dankbar, dass in den Gedichten nirgends "lyrische Prätention" steckt. Gerade von den Charakterisierungen einzelner Personen in den Gedichten, die die Protagonisten trotz sehr treffender Porträtierung "niemals verraten", zeigt sie sich angetan, nicht zuletzt wegen der "unaufdringlichen Einfühlung", die sie darin entdeckt. Als besonders beeindruckend hat die Rezensentin das zwei Seiten lange Gedicht "Alexandra" empfunden, in dem der Tod eines Kindes und die Trauer der Mutter beschrieben werden. Im in der Mitte des Bandes stehenden "Maskenzug", der von der afrikanischen Maskensammlung eines Freundes ausgehend als "Durchgangsstation" für die "Phantasie" des Autors fungiert, zeigt sich für die begeisterte Rezensentin die "Wandlungsfähigkeit des Gleichen", die sie in allen Gedichtbänden des Autors demonstriert findet und die sie als "Einspruch gegen die "Tyrannei des Altwerdens" liest.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…