Aus dem Amerikanischen von Christoph Hesse. Michaels behauptet in "Der Trubel um Diversität", dass unsere Fokusierung auf die "Differenz" den Unterschied außer Acht lässt, auf den es wirklich ankommt: den Unterschied zwischen Reichen und Armen. Respektlos nimmt Walter Benn Michaels sich die vielfältigen Ausprägungen unserer Besessenheit vor - Affirmative Action, Multikulturalismus, Kulturerbe und Identität - und zeigt, dass Diversität keine Voraussetzungen für soziale Gerechtigkeit schafft. In einer Absage sowohl an die Linke als auch an die Rechte fordert er, wir möchten uns weniger um die unwichtigen Unterschiede der Kulturen kümmern als um das wirkliche Missverhältnis der Klassen und die Verteilung des Reichtums. Ein Debattenbeitrag zur Diskussion über Herkunft und Identität, aus der immer neue Opfergruppen entstehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.12.2021
Rezensent Florian Keisinger überlegt, ob der Antirassismus vom Klassenkampf ablenkt. Solche und ähnliche Gedanken hat er beim Lesen von Walter Benn Michaels' Buch, das im amerikanischen Original bereits 2006 herauskam und nun mit neuem Vorwort auch deutschen Lesern die Untiefen linker Identitätspolitik erläutert. Der Autor vermittelt Keisinger ferner ein Gefühl dafür, dass eventuell nicht Identitäten ausschlaggebend sind für den gesellschaftlichen Status, sondern soziale und materielle Lebensbedingungen. Dergleichen beobachtet Michaels an den amerikanischen Eliteuniversitäten, aber auch in Europa. Für Keisinger erhellende Lektüre, auch wenn er bezweifelt, dass der Autor die "identitätspolitische Linke" damit erreicht.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 19.10.2021
Rezensentin Eva Berger ist dankbar, dass "Der Trubel um Diversität" von Walter Benn Michaels 15 Jahre nach seiner Erscheinung auch endlich in deutscher Sprache zu lesen ist. Der amerikanische marxistisch geschulte Literaturprofessor kritisiert in diesem Buch, dass sich an den ungleichen Verhältnissen in der Welt trotz der immer stärker diversitätsfördernden Gesellschaft nichts verändert hat, denn der richtige Weg für die soziale Gerechtigkeit aller Menschen sei die Umstrukturierung unseres kapitalistischen Systems, informiert uns Berger. In Michaels Analyse erkennt sie eine polemische und scharfe Argumentation, die zu hitzigen Diskussionen führen könne. Vor allem manchen Linken, die sich davon angegriffen fühlen, wenn Diversität nicht per definitionem mit Fortschritt gleichgesetzt wird, empfiehlt sie dieses Buch.
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