Die Deutsche Reichs- und Freikonservative Partei war eine bedeutende politische Kraft im Deutschen Kaiserreich vor 1890. Nach dem Krieg gegen Österreich 1866 gegründet, unterstützte die Partei vehement die Reichsgründungspolitik des preußischen Ministerpräsidenten und späteren Reichskanzlers Otto von Bismarck. Sie war letztlich die Partei Bismarcks. Die Studie verfolgt drei Ziele: Zum einen soll der Platz der Deutschen Reichs- und Freikonservativen Partei innerhalb des deutschen politischen Systems herausgearbeitet werden: ihre Tätigkeit in den Parlamenten und ihre Beziehungen zu den übrigen Parteien, zum Establishment, zu Hof, Regierung und Verwaltung. Zweitens wird dargestellt, wie eine Honoratiorenpartei die widerstreitenden Forderungen von politischer Exklusivität, Elitedenken und Massendemokratie miteinander vereinbaren konnte. Drittens gilt die Aufmerksamkeit der Frage nach dem Verhältnis zwischen Region und Wahlverhalten, einem in der Parteienforschung bisher eher vernachlässigten Problem.
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