Kennen Sie Strizz? Die täglichen (Miss)geschicke des Büroangestellten Strizz werden seit dem Frühjahr 2002 mit stetig wachsender Begeisterung von einer großen Leserschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verfolgt. Nun liegt das erste Jahr in Buchform vor. Neben Szenen des Büroalltags zwischen Strizz und seinem Chef Leo verfolgt man gespannt die zarte Entwicklung einer romantischen Beziehung, die Strizz zu der Zeichnerin Irmi knüpft. Strizz' Neffe Rafael lebt bei seinem Onkel und bildet gemeinsam mit seinen Stofftieren ein "Philosophisches Quintett". Die Szenen, die sich hier abspielen, nehmen zusammen mit den Dialogen zwischen Leos Kater Paul und Irmis Dackel Müller eine wichtige Funktion ein - es sind gerade diese Geschichten, in denen aktuelles Tagesgeschehen aus Politik, Wirtschaft und Kultur aufgegriffen und kommentiert wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.02.2004
Ulf Erdmann Ziegler freut sich, dass es den Comic Strizz jetzt nicht mehr nur als Fortsetzung in der FAZ gibt, sondern auch in Buchform. Seiner Beobachtung nach scheiden sich an Strizz die Geister und tun sich unerwartete Allianzen auf. Manche, die man für seine Freunde hielt, finden das "Angestelltendrama in jeweils zehn Bildern" geradezu "spießig". Ziegler aber eindeckt eine Menge charmanter Subtilitäten in dem Comic. "Wir erkennen es wieder, das merkwürdige Labyrinth des Alltags, das die Tinte der Titanic aufgesogen hat und nicht anders denkbar wäre - jawohl, denkbar! - als mit der und gegen die Frankfurter Schule." Manchmal griff Strizz Erfinder Volker Reiche im vergangenen Jahr tagesaktuelle Nachrichten auf, was nicht nur in der Retrospektive nach Meinung des Rezensenten nicht so gut wirkt wie die etwas allgemeineren Themen. Doch abgesehen davon ist dieses Buch in Erdmann Zieglers Augen ein legitimer Versuch, diesen Comic in den Kanon einzuführen.
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