Vittorio Magnago Lampugnani

Die Stadt im 20. Jahrhundert

Visionen, Entwürfe, Gebautes
Cover: Die Stadt im 20. Jahrhundert
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783803136336
Gebunden, 912 Seiten, 124,00 EUR

Klappentext

Bis 31.01.2011: 98 Euro. Mit 640 meist großformatigen und farbigen Abbildungen. Warum hat eine Stadt zu ihrer speziellen räumlichen, physischen und ästhetischen Form gefunden? Lampugnani beantwortet diese Frage, indem er aus europäischer Perspektive Städte in der ganzen Welt betrachtet. Sein Buch basiert auf der Beobachtung, dass sich der Städtebau seit Jahrzehnten aufspaltet in die Architektur einerseits und die Stadtplanung andererseits. Befasst sich die Architektur mit dem Entwurf einzelner Bauwerke, so konzentriert sich die Stadtplanung auf die Ausweisung von Nutzflächen und die Erfüllung von funktionalen, vor allem verkehrstechnischen Anforderungen, ohne räumliche oder gar ästhetische Vorstellungen zu entwickeln. Diese Spaltung zwischen Poesie und Zahlen wie Lampugnani es formuliert muss rückgängig gemacht werden, auch das zeigt er mit diesem Buch.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2010

Jürgen Tietz ist von Vittorio Magnago Lampugnanis Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts begeistert und hält sie für nicht weniger als ein "Meisterwerk". Der Architekt und Städtebautheoretiker zeichnet darin in 28 Kapiteln überwiegend an europäischen und amerikanischen Beispielen Stadtentwicklung des vergangenen Jahrhunderts nach, lässt uns der Rezensent wissen. Deutlich werde die ideologische Stoßrichtung, die den Städtebaukonzepten zumeist innewohnte und so für die "megalomanen" Visionen europäischer Diktaturen zum Machtinstrument wurden. Der Autor lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass auf die Träume von besseren Städten nach dem Zweiten Weltkrieg die Ernüchterung folgte und so wird die Darstellung von Le Corbusiers Planungen des indischen Chandigarh bei Lampugnani zur "Generalabrechnung mit dem Städtebau der Moderne", wie Tietz feststellt. Sehr deutlich in diesem Band wird auch Lampugnanis Sympathie für postmodernen Städtebau in Anlehnung an die historische Stadt und hier verspürt der Rezensent einen gewissen "harmoniesüchtigen" Zug, von dem sich in seinen Augen erst erweisen muss, ob dieses Konzept "tragfähig" ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010

In einer Zeit, in der erstmals mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land leben, kommt eine Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts gerade recht, findet Laura Weißmüller. Indem Vittorio Magnago Lampugnani seinen Gang durch die Architekturgeschichte in engem politischen, technischen und soziologischen Kontext betrachtet, ist ihm auch das Interesse von "Architekturlaien" sicher, lobt die Rezensenten. Allerdings hätte sie sich das Buch etwas "thesenstärker" und dafür nicht ganz so detailverliebt gewünscht, wie sie anmerkt. So lobt sie es zwar ausdrücklich, dass der Autor auch im Plan verbliebene Projekte aufgreift und sie nimmt mit Befremden zur Kenntnis, dass kaum ein großer Architekt vor einem "Pakt mit dem Teufel" zurückschreckte. Trotzdem vermisst sie, bei allem Respekt für die enorme "Recherchearbeit", die in dem Band steckt, eine Hauptthese, die die vielen Einzelheiten des Buches zusammenbinden würde.

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