Charlotte Runcie

Standing Ovations

Roman
Cover: Standing Ovations
Piper Verlag, München 2025
ISBN 9783492074025
Gebunden, 336 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Katharina Martl. Als Hayley Sinclair auf die Bühne tritt, hofft sie auf tosenden Applaus. Doch am nächsten Morgen kassiert die Performerin eine vernichtende Kritik. Nicht weiter schlimm, denkt sie, wer liest schon noch Zeitungen? Bis sie erfährt, dass der Mann, den sie nach der Premiere in einer Bar ansprach, der ihr so wohlwollend zuhörte und die Nacht mit ihr verbrachte, ausgerechnet ebenjener Starkritiker Alex Lyons ist. Hayley macht ihn und seinen Verrat zum Thema ihrer Show, die bald zum Phänomen wird: Immer mehr Frauen erheben die Stimme und rechnen ab. Doch wohin führt ihre Wut?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.07.2025

Charlotte Runcie legt hier laut der hoch erfreuten Rezensentin Charlotte Harzer ein starkes, reflektiertes Buch über MeToo- und Cancel-Culture-Debatten vor. Die Handlung fasst Harzer folgendermaßen zusammen: Der Komikerin Haley droht die Erfolglosigkeit nach einem Verriss ihres Auftritts durch den Kritiker Alex, mit dem sie eine kurze Liebesaffäre hat - freilich dreht sie den Spieß um und baut eine erfolgreiche Bühnenshow um die Entlarvung Alex' als misogynen Nichtsnutz. Verkompliziert wird die Anordnung dadurch, dass die Geschichte von einer auf den ersten, keineswegs jedoch auf den zweiten Blick neutralen Figur erzählt wird, nämlich von Alex' Kollegin Sophie. Alle drei Hauptfiguren - Haley, Alex und Sophie - erweisen sich als komplex, meint Harzer, außerdem geht es um die Mechanismen eines Kulturfestivals, das den Rahmen für die Geschehnisse vorgibt. Eindeutige Sieger und Verlierer gibt es nicht in diesem Buch, stellt Harzer klar, es bleibt die Erkenntnis, dass Menschen immer mehr sind als das, was ein Shitstorm oder eine Schmähkritik aus ihnen macht. Und diese Erkenntnis scheint auch Harzer am Herzen zu liegen.
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