Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Claudia Steinitz. Einwandfrei ungeordnete, irrsinnig logische Erzählungen, verfasst von einer Schriftstellerin, deren Einsamkeitsforschung tröstliches Lachen hervorruft. In diesen merkwürdigen Geschichten von Véronique Bizot liegt einerseits etwas beruhigend Vertrautes und andererseits eine Qualität des Entrückten, die im hexenhaften Sinne des Wortes bezaubert. Auf ruhige und unverdächtige Weise täuschen sie Normalität vor, nur um die Oberfläche zu durchstoßen und sich in einem Frontalangriff den dunkelsten Schrecken, den schlimmsten Herausforderungen zu widersetzen. Sie verwandelt eine Romanfigur in eine neue Liebe, einen Gewaltverbrecher in einen Clown und Engel in Spießer. Dabei kultiviert diese scheinbar schlichte Prosa den Widersinn: Je schwärzer sie ist, desto mehr lacht der Leser, je merkwürdiger es wird, desto eher erkennt er sich wieder.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2015
Rezensentin Lena Bopp erinnern die Erzählungen von Véronique Bizot manchmal an die Stücke von Yasmina Reza. Dann schlägt Harmlosigkeit mittels schwarzem Humor und Sarkasmus um ins Drama. Abgründig und witzig und sprachlich melodisch sind die Geschichten um vereinsamte Gestalten, die von Erinnerungen an bessere Zeiten leben, für Bopp. Die teils aus der Anfangsphase von Bizots literarischem Schaffen stammenden Texte weisen laut Bopp auf die Romane der Autorin voraus, stilistisch und thematisch. Hin und wieder stellt sich die entscheidende Wende in den Geschichten allzu abrupt ein, findet die Rezensentin. Dann schaut sie ratlos auf so ein Trauerspiel und vermisst die ansonsten beeindruckende Klarheit und feine Dosierung von Ironie in den Texten.
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