Verena Güntner

Es bringen

Roman
Cover: Es bringen
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2014
ISBN 9783462046922
Gebunden, 256 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Luis ist sechzehn und kein schmächtiger Zauderer, kein pickliger Pubertierender: Er ist ein Bringer. Er ist der Trainer und er ist die Mannschaft, das ist sein Motto, und er trainiert jeden Tag. Gerade erst hat er die Höhenangst besiegt, nach jahrelangem Üben auf dem Balkon der Siedlungswohnung, in der er mit seiner Mutter lebt 15. Stock, nichts für Anfänger. Bei den Girls gibt s nichts mehr zu trainieren, bei den Fickwetten, die er mit den Jungs seiner Gang abschließt, gewinnt er fast immer. Manchmal besucht er Nutella, das Pony vom alten Autoschrauber Jablonski, aber heimlich. Das beste Mädchen allerdings ist Luis Mutter, Ma, sie ist die Frau aller Frauen und hat die gleiche Zahnlücke wie er. Und dann ist da noch Milan, Luis bester Freund, der ist der Chef der Gang und hat immer das letzte Wort, wenn s um Aktionen geht. Für Milan würde Luis fast alles machen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.10.2014

Rezensentin Roswitha Budeus-Budde zeigt sich wenig überzeugt von Verena Güntners neuem Roman "Es bringen". Allzu viel "prolliges" Machogehabe von Besäufnissen und "Fickwetten" liest die Kritikerin hier, und bedauert, dass auch die von der Autorin zu weiten Teilen entsprechend gestaltete Sprache leider kaum Raum für sinnvolle Dialoge und Figurenentwicklung lässt. Auch der Handlung kann Budeus-Budde bald nicht mehr viel abgewinnen, zu durcheinander gerät ihr die in einen Psychokrimi mündende Geschichte, zu vorhersehbar das klassische Coming-of-age-Ende. In den Passagen allerdings, in denen Güntner tieferen Einblick in die Gefühlswelt und Kindheitsgeschichte des Protagonisten gewährt, entdeckt die Kritikerin das Erzähltalent der Autorin wieder.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2014

Sabine Doering hofft schon auf das nächste Buch von Verena Güntner, so sehr hat ihr der Roman gefallen. Güntners Gespür für fremde Lebenswelten in der Hochhaussiedlung hält sie für stark, ebenso ihre Einfühlung in die Psyche eines 16-Jährigen, der sich mit Taschengelderpressung und Fickwetten rumschlagen muss. Das derbe Mit- und Gegeneinander und das Halten auf Fairness unter den Jugendlichen vermag die Autorin laut Doering ohne Besserwisserei und Sozialverkitschung zu vermitteln. Und was der Roman an Handlung so rüberbringt, hat laut Rezensentin das Zeug zum ganz großen Drama.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 13.09.2014

Jan Küveler kann seine Sympathie für die Autorin und ihren Text nicht verbergen. Dass Verena Güntner eigentlich Schauspielerin ist, neuerdings in Schöneberg wohnt und Pizza Mozzarella mag, erfahren wir bei ihm, aber auch, wie krass Güntners Roman über den Alltag eines Jugendlichen irgendwann in den 90ern ist. Es geht ums Ficken und Saufen, erklärt Küveler den Text, allerdings auf Schulhofniveau, denn Luis ist erst 16. Die besondere Leistung der Autorin besteht für den Rezensenten in der Einfühlung in die Figur. Schließlich sei Güntner ja so ziemlich das Gegenteil von Luis, meint Küveler.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.08.2014

Gerade das nicht so Originelle am pubertierenden Helden gefällt Rezensentin Judith von Sternburg in diesem Sommerjugendroman, den die Autorin Verena Güntner an den Rändern leicht eingedunkelt hat. Dass ein Sechzehnjähriger aus einer Hochhaussiedlung immer was vorhat, und nicht unbedingt etwas Gutes, leuchtet ihr ein. Und wie Güntner das in Szene setzt, ohne Hang zu viel Psychologie oder Sozialkritik, aber mit Sinn für kindliche Rituale und subtile Hinweise, etwa auf häusliche Gewalt, kommt ihr stimmig vor, auch wenn ihr am Ende etwas die Leserinnenluft ausgeht.
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