Droemer Knaur Verlag, München 2026
ISBN
9783426566206 Taschenbuch, 368 Seiten, 12,99
EUR
Klappentext
Berlin wird von einer bizarren Mordserie erschüttert: Die Opfer sterben auf grausame und ritualisierte Weise. Es stellt sich heraus, dass sie alle eines gemeinsam haben: den unbedingten Wunsch zur Selbstoptimierung. Hauptkommissarin Clara Vidalis stößt im Dark-net auf das Forum einer Sekte, deren Guru sich selbst "Vollender" nennt. Im Namen der Perfektion treiben seine Anhänger sich gegenseitig zu unmenschlichen Extremen an. Als Clara herausfindet, dass ihre psychisch labile Tochter sich der Sekte angeschlossen hat, ist sie bereit, alles zu riskieren - ihre Identität, ihre Moral und ihr eigenes Leben. Doch je näher sie dem "Vollender" kommt, desto stärker spürt sie die manipulative Macht seines Wahnsinns.
Die Frage, was mit den Menschen so los ist, ist ja zur Zeit sehr beliebt, hält Rezensentin Simone Buchholz fest. Sie selbst fragt sich auch, was mit den Leuten los ist, die solche Bücher goutieren wie den zehnten Band von Veit Etzold um die Berliner Pathopsychologin Clara Vidalis, der nur aus unnötig detaillierten "Gewaltpanoramen" besteht. Worum geht's? Ein manipulativer Guru und seine Sekte foltern und verstümmeln sich selbst, um nach Perfektion zu streben, erklärt sie den Ausgang der Handlung, gemordet wird auch und das Wort "düster" ist übermäßig beliebt. Buchholz gibt eine kleine Auswahl der überplastisch und mit "zynischem Ermittlerhumor" versetzt geschilderten Verletzungen: "Sprengung des Hirnschädels, Abriss des Hirnstamms", klaffende Wunden und Amputationen. Ihr ist nicht klar, warum man das noch mit Namedropping und überflüssigen Zitaten vermengen muss, garniert mit einer ordentlichen Prise Frauenfeindlichkeit. Klar ist für sie nur, dass dieses Buch ein ungutes Zeichen dafür ist, wie emotional abgestumpft das Lesepublikum im Spätkapitalismus mittlerweile ist.
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