HEN NA E - Seltsame Bilder

Lübbe Verlagsgruppe, Köln 2025
ISBN
9783757701161
Gebunden, 272 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Japanischen von Heike Patzschke. Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus. Ein bewegender Blogeintrag mit Zeichnungen, die viele Rätsel aufgeben. Eine Kinderzeichnung mit einem seltsamen Haus darauf. Die letzten Skizzen eines Zeichenlehrers, der unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. Hängen alle diese Bilder zusammen? Zumal immer wieder Menschen sterben, die mit ihnen zu tun haben? Zwei Journalisten kommen dem Geheimnis auf die Spur. Kurz darauf ist einer von ihnen tot...
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 08.08.2025
Es dauerte keine sechs Wochen, da stand "Hen na e - Seltsame Bilder" bereits auf Platz 1 der Krimibestenliste in Deutschland. Es ist der zweite Roman des japanischen Horrorautors Uketsu, allerdings der erste, der ins Deutsche übertragen wurde, da es laut Übersetzer Jim Rion das "solider strukturierte, selbstbewusstere Werk" ist. Viel mehr als diese knappe Einschätzung aus zweiter Hand erfahren wir hier nicht über die literarischen Qualitäten dieses Krimis. Rezensent Martin Fritz scheint sich aber sowieso mehr für das Phänomen Uketsu und dessen Erfolg zu interessieren. Bekannt geworden ist der Autor, der unter dem Pseudonym Uketsu publiziert, mit seinen seltsam gruseligen Youtube Videos. Nachdem während der Corona Pandemie sein Video "Seltsames Haus" viral gegangen war, wurde ein japanischer Verlag auf Uketsu aufmerksam. Der Roman zum Internet-Hit war 2024 das meist verkaufte belletristische Werk Japans. Sein Autor führt den Erfolg seiner Videos und Bücher auf die beängstigende, traurige Lage der Welt zurück und das daraus resultierende Bedürfnis nach einer Literatur, die diese Lage spiegelt und hilft, damit umzugehen, erfahren wir. Ob "Hen na e" dies auch für den Rezensenten leistet, verrät Fritz nicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2025
Kritikerin Katrin Doerksen freut sich, dass das japanische Phänomen Uketsu nun auch in deutscher Übersetzung entdeckt werden kann: Uketsu ist der Künstlername der Autorenperson, die anonym bleiben und stattdessen lieber ihre surrealistischen Youtube-Videos und ihre Geschichten für sich sprechen lassen will. Die vier Kapitel dieses Romans, der in Japan zum Bestseller wurde, wirken zunächst wie Kurzgeschichten, so Doerksen, erst nach und nach ergeben sich die Zusammenhänge zwischen einem Blogger, der über seine schwangere Frau schreibt, einem Journalisten, dessen Kunstlehrer ermordet wurde und einem Mädchen, das seine Mutter umgebracht hat. Um die Zusammenhänge zu verstehen, sei es notwendig, die Bilder und graphischen Darstellungen, die Uketsu beigefügt hat, zu verstehen, erklärt Doerksen, dabei macht auch das Material einen Unterschied: Wachsmalstifte sprechen zum Beispiel eine andere Sprache als Kugelschreiber und lassen Rückschlüsse auf die psychische Beschaffenheit des oder der Zeichnenden zu. Uketsu wendet sich mit diesen Schilderungen durchaus auch gegen die japanische Gesellschaft, in der psychische Probleme immer noch ein Tabuthem sind. Doerksen löst diesen Bilderkrimi jedenfalls hochgespannt, und kann abschließend nur feststellen, dass Uketsu ein richtig "gewiefter Erzähler" ist.