Aus dem Japanischen von Heike Patzschke. Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus. Tokio, 1991. Die Stadt ächzt unter der Sommerhitze, als zwei kleine Mädchen kurz hintereinander spurlos verschwinden. Kurz darauf wird die eine von ihnen tot in einem nahegelegenen Flussbett entdeckt. Während ein trauernder Vater Zuflucht in den düsteren Ritualen einer obskuren Glaubensgemeinschaft sucht, steht Kommissar Saeki vor einem Rätsel: Sind die Fälle miteinander verbunden? Dann verschwindet ein weiteres Kind - und Saeki stößt auf eine Spur, die ihn tief in die Abgründe menschlicher Verzweiflung führt. Zu einem Täter, der bereits ein neues Opfer auserkoren hat ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2026
Rezensentin Katrin Doerksen empfiehlt Tokuro Nukuis Krimi von 1993 auch heute noch als Hilfe zum Verständnis der japanischen Gesellschaft. Dass der inzwischen zum Krimi-Star avancierte Autor in diesem frühen Werk Strukturen und Hierarchien der Polizei wie der Gesamtgesellschaft analysiert, statt auf Effekte zu zielen, scheint Doerksen dafür entscheidend. Vordergründig geht es um tote Kinder und einen Serienmörder im Tokio der frühen 1990er Jahre, dahinter spürt Nukui die dunklen Seiten des sozialen Systems und der japanischen Psyche auf und untersucht die große Anziehungskraft der um diese Zeit in Japan florierenden Religionsgemeinschaften, erklärt Doerksen. Sozialrealismus und der klassische Detektivroman treffen hier auf fruchtbare Weise aufeinander, findet die Rezensentin.
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