Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Marianne Gareis. Ada und Otto sind seit über 50 Jahren verheiratet und leben kinderlos in einer kleinen Stadt. Sie teilen sich jeden Schritt ihres Lebens, Ada kocht Otto allabendlich Salattee gegen seine Schlaflosigkeit. Mit Adas plötzlichem Tod endet unvermittelt ihre beschauliche Alltagsruine. Otto bleibt allein zurück und fühlt sich verloren. Die Häuser des Ortes stehen eng beieinander und die Nachbarn unterhalten sich lautstark, weshalb Otto - ob er will oder nicht - alle Geschehnisse mitbekommt. Irgendwann merkt er, dass es im Dorf etwas gibt, das man ihm verheimlicht, wovon seine Frau aber sehr wohl wusste ... der "Zwischenfall".
In "Salatnächte" von der brasilianischen Schriftstellerin Vanessa Barbara reist Rezensentin Katharina Granzin in ein wahrhaftes "Schlaraffenland der guten Geschichten". Sie liest hier ein ebenso rätselhaftes wie bizarres Psychogramm eines Dorfes, in dem ihr zahlreiche kuriose Gestalten wie der von Medikamenten-Beibackzetteln besessene Postzusteller Nico oder ein alter Japaner, der den Großteil seines Lebens im philippinischen Dschungel verbrachte, begegnen. Nach der in den Bann ziehenden Lektüre hat die Rezensentin das Gefühl, einen Abstecher in Joel und Ethan Coens Fargo gemacht zu haben.
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