Ana Paula Maia

Krieg der Bastarde

Roman
Cover: Krieg der Bastarde
A1 Verlag, München 2013
ISBN 9783940666420
Gebunden, 208 Seiten, 18,80 EUR

Klappentext

Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Wanda Jakob. Amadeu wittert seine große Chance, als er eine Tasche voll Kokain aus dem Chefbüro der Pornoproduktionsfirma entwendet, für die er arbeitet. Er macht es zu Bargeld, um seine Geliebte Gina Trevisan, eine illegale Preisboxerin, von ihren Schulden zu befreien und mit ihr ein neues Leben zu beginnen. Den Erlös und einen Rest des Kokains versteckt er unter den Dielen eines Dachbodens. Doch dann kommt alles anders, Amadeu wird überfahren. Kaum einer weiß, dass Amadeu nicht mehr lebt, und die Suche nach ihm, nach dem Stoff und dem Geld bringt immer groteskere Situationen hervor. Auftragskiller jagen den Toten, der Chef der Produktionsfirma braucht einen neuen Kühlschrank und mehr Geld, Amadeus ehemaliger Vermieter quartiert nach einem brutalen Boxkampf dessen Geliebte Gina bei sich ein, und der Erzähler zieht auf den Dachboden, ohne zu ahnen, dass unter seinen Füßen Tausende Real verborgen liegen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.11.2013

Fasziniert, angeekelt und geradezu geflasht ist Michaela Metz von Ana Paula Maias rasantem Roman über die Pornowelt von Rio de Janeiro, in dessen Zentrum die angestrengte Suche aller Figuren nach einer ominösen roten Geldtasche steht. Metz lobt die direkte, ausgefeilte Sprache und die starke Visualität der erzeugten Bilder. Die non-lineare Handlung, die die Wege der Figuren sich wild kreuzen lässt, wirkt zwar ihrer Ansicht nach etwas konstruiert, dennoch hat die Rezensentin an der Lektüre dieses "tarantionesken" Romans ein "grausiges Vergnügen".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.10.2013

Sylvia Staude kommt kaum zum Luftholen beim Lesen von Ana Paula Maias Verbrecherreigen aus der brasilianischen Großstadtwelt. Derart haut die Autorin auf die "Brutale-Komik-Sahne", bietet Koks-, Porno- und Gewaltorgien, dass Staude meint, hier solle das bisher eher unterernährte brasilianische Krimigenre tüchtig gemästet werden. Die Geschichte um eine verschwundene Tasche voller Koks scheint Staude da fast zweitrangig zu sein. Und die wenigen zarten Momente im Text, Augenblicke philosophischer Welt- und Daseinsbetrachtung, wie Staude schreibt, genießt die Rezensentin beinahe mit Dankbarkeit.

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