Valery Wilson Wesley

Es wird alles anders bleiben

Roman
Diogenes Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783257062908
Gebunden, 423 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Gertraude Krueger. Die Bibliothekarin und Künstlerin Eva Hutchinson, 40, ist nicht auf Veränderungen aus. Doch genau die blühen ihr eines Freitags, am 13. Juni, als Hutch, mit dem sie seit 10 Jahren verheiratet ist, seinen Koffer packt und, ohne eine neue Freundin, in die Nacht hinausstapft auf der Suche nach jener Lebensfreude, die er in ihrer Ehe nicht mehr findet. Nichts mehr bleibt so, wie es war...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2002

Die Übersetzung dieses Buches ins Deutsche hätte man sich einfach sparen können, ärgert sich Stephan Maus über Valerie Wilson Wesleys Roman "Es wird alles anders bleiben". "Groschenroman", "Soap-Literatur" und "Klischee-Patchwork" sind die Worte, zu denen sich der Rezensent nach der Lektüre bewogen fühlt. Die Autorin hat ein belangloses Beziehungs-, und Handlungsgeflecht konstruiert, ohne die darin vorkommenden Charaktere authentisch zu zeichnen, was der Rezensent auf unzureichendes psychologisches Einfühlungsvermögen zurückführt. Nicht einmal das Verhalten einer Katze sieht er "glaubhaft dargestellt". Und dann drücken diese "rührseligen Seelendramolette" auch noch gehörig auf die Tränendrüse, so Stephan Maus echauffiert, der sich fragt, wie es möglich ist, dass ein solches Buch als "höhere Kunst auf dem Literaturmarkt positioniert wird". Für den Rezensenten ist der Roman einfach nur "Humbug" und mehr schon nicht.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.01.2002

Valerie Wilson-Wesley, "die Erfinderin der ersten schwarzen Privatdetektivin", habe sich diesmal an einen Liebesroman gewagt, freut sich Margit Irgang, denn ihre Stärken, die "Einfühlung in ihre Figuren, das Auffangen feiner Gefühlsregungen und ihr blitzschnelles Umschlagen ins Gegenteil" kommen ihrer Meinung nach auch in dem neuen Genre zum Tragen. Irgang entdeckt jedenfalls auch in "Es wird alles anders bleiben" "überzeugende Charaktere, die voller Abgründe sind und dennoch zart sein können". Inhalt dieses Buches ist die Ehekrise zweier Menschen aus dem amerikanischen Mittelstandsmilieu. Dass die beiden schwarz sind und somit trotz aller Merkmale eines gutbürgerlichen Lebens eine Randposition einnehmen, müsse man sich als Leser immer wieder ins Bewusstsein rufen, denn nicht viel im Roman deute darauf hin, beobachtet Irgang. Dies sieht die Rezensentin zwar als gesellschaflichen Fortschritt, für die Literatur wertet sie es jedoch eher als einen Verlust. Denn auch Valerie Wilson West beuge sich in ihrem Buch dem Anpassungsdruck der weißen Amerikaner, bedauert sie, und durchbreche diesen Kreis nur, wenn sie von der Liebe spricht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2002

Zugegeben, sieht aus wie der Plot eines Groschenromans. Was die Autorin allerdings daraus macht, verdient das Lob des Rezensenten Thomas Leuchtenmüller: In einer "psychologisch in weiten Teilen äußerst differenzierten Story" gibt sie nicht nur "kenntnisreich und ironisch" Einblicke in die wachsende schwarze Mittelschicht Amerikas, sondern zollt auch afroamerikanischen Erzählkonventionen "maßvollen Tribut", indem sie etwa dem Erbe der Vorfahren oder versierten Künstlern zentrale Rollen zugesteht. Dass sich Wesley nicht auf das "bekannte Wechselspiel von Liebe und Lüge" beschränkt, sondern auf Nebenschauplätzen die Verluste auch der "Umgebung" einer Mesalliance thematisiert, wertet das Buch für den Rezensenten gleichfalls auf. Gesegnet außerdem mit einer "adäquaten" Übersetzung wird es für ihn zu einem "guten Unterhaltungsroman".