Uzodinma Iweala

Du sollst Bestie sein!

Roman
Cover: Du sollst Bestie sein!
Ammann Verlag, Zürich 2008
ISBN 9783250601197
Gebunden, 160 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Marcus Ingendaay. Als der Krieg in Agus Dorf kommt, befiehlt ihm sein Vater: "Lauf! Lauf! Agu lauf!" Und Agu läuft - geradewegs in den Weg der Rebellen und ihres Führers, des Kommandanten. Als Agus Vorgesetzte und Kameraden ihn zu einem Soldaten machen, tritt er tiefer in die Welt des Chaos und der Gewalt ein, als es sich jemals irgendein Junge vorstellen könnte. Das Überleben wird Agus einziges Ziel...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.08.2008

Rezensentin Sabine Peters ist beeindruckt von Uzodinma Iwealas aus der Perspektive eines Kindersoldaten erzählter Geschichte. Ihrer Meinung nach ist es für den Leser nicht möglich, "auf Distanz zu gehen". Die Rezensentin lobt die "poetisch verdichtete", mit ganz unterschiedlichen Elementen angereicherte und trotzdem kindlich klingende "Kunstsprache", die der Autor für sein Unterfangen gewählt hat. Auch gefällt ihr, dass der Roman ganz und gar auf "Effekthascherei" verzichtet. Allerdings fehlt Peters eine Einordnung der Geschichte in einen politischen und historischen Kontext. Das muss man zwar ihrer Meinung nach "dem Roman nicht vorhalten". Doch weiteres zum Thema aus der Feder des Autors fände sie wünschenswert. Die Geschichte, meint die Rezensentin, "verdient tatsächlich eine Fortsetzung, eine Zuspitzung ins Partikulare."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2008

Nahe gegangen ist der Rezensentin Gisa Funck dieses Buch von Uzodinma Iweala, das seine Leser in die Haut eines westafrikanischen Kindersoldaten versetzt: Der neunjährige Agu ist der Icherzähler dieses rein fiktiven Berichts, der davon erzählt, wie ein kind schikaniert und malträtiert wird, allmählich mit der Machete das Töten lernt und schließlich in einem Blutrausch versinkt. Vor allem die Sprache des in New York aufgewachsenen Autors hat die Rezensentin schaudern lassen. gerade die einfachsten lautmalerischen Beschreibungen - Krawumm, Katschakk, Zosch -, die hastige Erzählungen, die Silben und Wörter ebenso hinunterschluckt wie Angst und Schuldgefühle, ergeben für sie einen ganz eigenartigen "traurigen Singsang" und schließlich den "Sound des Tötens". Dass es Iweala gelingt, all dies ohne Effekthascherei zu erzählen, rechnet Funck ihm ebenfalls sehr hoch an. 
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.04.2008

Michael Bitala ist nach der Lektüre von Uzodinma Iwealas aus der Sicht eines Kindersoldaten geschriebenen Romans "Du sollst Bestie sein!" gleichermaßen beeindruckt und schockiert. Obwohl der in den USA geborene Autor in seinem Leben keinerlei vergleichbare Erfahrungen gemacht hat, wie der Rezensent betont, hat er sich auf eine Weise in den Jungen Agu hineinversetzt, die den Lesern keine Möglichkeit der Distanznahme bietet, und so besonders erschütternd wirkt, erklärt Bitala. Denn Iweala erzählt konsequent aus der Perspektive des Kindes und lässt dabei kein Elend und keine Brutalität aus, so Bitala mitgenommen, der als Beispiel die Vergewaltigung und Ermordung einer Mutter und ihrer Tochter durch den Ich-Erzähler und seine Kumpanen nacherzählt, die an Grausamkeit kaum zu überbieten ist. Iweala lässt Agu in einer erfundenen Sprache berichten, die, wie der Rezensent preist, ingeniös von Marcus Ingendaay ins Deutsche übersetzt wurde. Das, und die Tatsache, dass das Kriegsgeschehen an keinem näher bestimmten Ort lokalisiert ist, unterstreicht zwar die Fiktionalität dieses zutiefst beeindruckenden Romans, es macht ihn aber gerade deshalb auch zugleich zu einer "universell" gültigen Geschichte, preist Bitala begeistert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2008

Ein "Totenlied auf die Zivilisation" nennt Martin Zähringer diesen Roman von Uzodinma Iweala über das Schicksal von Kindersoldaten in Afrika. Im Mittelpunkt sieht er den Jungen Agu, der von Rebellentruppen zwangsrekrutiert wird, um fortan plündernd, mordend und vergewaltigend durchs Land zu ziehen. Mehr als die drastische Darstellung des Mordens und Zerstückelns von Menschen scheint Zähringer das "Gefühl der Bedrohung" zu beeindrucken, das der Autor durch die kindliche, aber suggestiv-soghafte Sprech- und Denkweise seines Ich-Erzählers erzeugt. Die auf den ersten Blick naiv anmutende Sprache des Buchs ist in seinen Augen sorgfältig konstruiert. Er bescheinigt dem Text zudem eine "universale Note", spätestens dann, wenn Agu beginnt über sein Dasein nachzudenken, sich entschließt, aufzuhören, aber nicht weiß, wie er einen Weg aus dem Chaos von Krieg und Gewalt finden soll. Eine Frage, die Zähringer auch "jenseits des literarischen Falles" höchst dringlich erscheint.
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