Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.07.2000
Cathrin Kahlweit findet, dass Anselmo ein "sehr repräsentativer Junge" ist und für die vielen Kinder weltweit steht, die durch den gewaltsamen Verlust von Familie und Heimat als "Tötungsmaschine" ein Art von Zuhause bei Rebellen gefunden haben. Der Autorin gelingt es aber - nach Ansicht der Rezensentin - darzustellen, dass es sich bei Kindern wie Anselmo keineswegs um seelenlose Killerkinder handelt, sondern dass auch sie durchaus von Einsamkeit, Heimweh und Verzweiflung und gequält werden, aber kaum eine Möglichkeit haben, aus dieser Situation auszubrechen. Anselmo jedoch gelingt mit Hilfe des Roten Kreuzes schließlich die Flucht über die Grenze und nach der Überwindung zahlloser Schwierigkeiten die Rückkehr in sein Heimatdorf, dass er einst selbst überfallen hatte. Die Rezensentin findet diese Geschichte so "eindringlich, fürsorglich, beängstigend, voller schrecklicher Details", dass sie es durchaus für möglich hält, dass Anselmo "noch Monate, ja Jahre im Kopf des Leser weiterlebt als einer, der ans Herz gewachsen ist wie ein Bruder oder ein eigenes Kind."
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