Uwe Timm

Montaignes Turm

Essays
Cover: Montaignes Turm
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2015
ISBN 9783462047431
Gebunden, 192 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Uwe Timm, Autor großer Romane, Novellen und Erzählungen, hat sein literarisches Schaffen immer auch essayistisch begleitet. Dieser Band versammelt Texte aus den letzten Jahren über das Schreiben, über Schriftsteller und ihre Werke, über Schreibanlässe und innere Beweggründe. Das Spektrum ist dabei vielfältig, der Ausgangspunkt aber immer das eigene Leben und Interesse. So geht es um Montaignes Arbeitszimmer in einem Turm, das Aussicht und Rückzug miteinander verbindet, um Begegnungen mit Wolfgang Koeppen in München, um die Frage nationaler Identität am Beispiel von Kafkas Romanfragment "Amerika", um das Keetelklopperplatt in einer Lobrede auf die deutsche Sprache, um das Verhältnis von Kunst und Handwerk am Beispiel Bölls, um die Frage, ob das Schreiben lernbar sei, aber auch um Thomas Mann, um eine erneute Lektüre seines Romans "Der Zauberberg". Der jüngste Text berichtet von einem Flüchtlingslager im Tschad, von unfasslichen Schicksalen, vom prekären Überleben und dem Versagen der Politik.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.06.2015

Selbst wenn die zehn Essays von Uwe Timm thematisch kaum zueinanderpassen, zeigt sich Ulrich Rüdenauer doch angetan von den zwischen 1997 und 2014 entstandenen Kurztexten. Für den Rezensenten zeichnen sie sich durch die bereits bekannten Qualitäten ihres Autors aus: das verspielte Fabulieren, das Staunen und unvoreingenommene Überraschen-Lassen, die "behutsame Suche nach Erkenntnissplittern in der Literatur und in der Wirklichkeit". So setze sich aus den ganz unterschiedlichen Miniaturen ein erhellender Essayband zusammen, der für eine Reportage aus dem Flüchtlingslager ebenso Platz biete wie für einen Aufsatz über Michel de Montaigne. Timms Euphorie für seine Themen stecke den Leser an, findet Rüdenauer, und deshalb ist er voll des Lobes für ein "emphatisches und empathisches", ein "neugieriges und neugierig machendes Buch".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2015

Anlässlich von Uwe Timms antehendem 75. Geburtstag empfiehlt Hubert Spiegel einen Essayband des Autors. Dass Timm immer wieder schreibend zu Kindheitserlebnissen zurückfindet und das Reale im Märchen und in der Fantasie und umgekehrt sucht und findet, erfahren wir von Spiegel. Ebenso was uns im Band noch so erwartet: Erinnerungen an Wolfgang Koeppen und ein Blick in die Zukunft der Literatur. Für Spiegel ist Timm ein Autor, der ihn mit Leben erfüllt, so auch bei diesem Buch.

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