Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, auf Sizilien Schöpfer des ersten modernen Staates, friedlicher Eroberer Jerusalems: Ebenso gebildet wie grausam, fasziniert Friedrich II. (1194-1250) bis heute. Uwe A. Oster schildert ihn aus der Perspektive der Frauen, die sein Leben teilten. Viermal war Friedrich II. verheiratet, und bezeichnend ist die Mischung aus kaltem politischem Kalkül und echter Liebe, mit der er seine Frauen auswählte. Für Bianca Lancia verzichtete er auf vorteilhafte Ehen, Isabella von Brienne hingegen sollte ihm das Königreich Jerusalem einbringen. Konstanze von Aragonien machte er sogar zur Mitregentin, Isabella von England verhalf ihm zum endgültigen Aufstieg an die Spitze der Fürsten Europas.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2008
Der in Berlin lehrende Historiker Michael Borgolte kann Uwe A. Osters Monografie über die Frauen im Leben des Staufer-Kaisers Friedrich II. nichts Gutes abgewinnen. Auch wenn der Rezensent um die schwierige Quellenlage weiß, vermisst er in Osters Werk einen fesselnden Ansatz und auch das "Problembewusstsein", mit dem der Autor an sein Thema geht, scheint dem Rezensenten wenig ausgeprägt. Dem formulierten Vorsatz, aus dem Blickwinkel der Ehefrauen und Geliebten von Friedrich II. zu berichten, wird der Autor ebenfalls nicht gerecht, meckert Borgolte weiter, der schließlich zu Protokoll gibt, dass er sich nicht einmal gut unterhalten hat.
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