Ursula Fricker

Das letzte Bild

Roman
Cover: Das letzte Bild
Rotpunktverlag, Zürich 2009
ISBN 9783858694003
Gebunden, 187 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Floyd, Fotograf, hat sich kurz nach der Wende von England nach Deutschland aus dem Staub gemacht und lebt in einem Haus im Wald im tiefen Brandenburg, weit weg von allem. Da erreicht ihn eines Tages ein Brief aus London: Seine 15-jährige Tochter Josephine will ihn nach Jahren des Schweigens über die Weihnachtstage besuchen. Die mit Spannung erwartete Wiederbegegnung gestaltet sich nicht eben einfach. Was soll er nur anfangen mit diesem Mädchen, das da den lieben langen Tag bei ihm vor dem Fernseher herumhängt und für gar nichts zu begeistern ist? Dass auch sie sich Weihnachten mit ihrem Vater anders vorgestellt hat, als in einem gottverlassenen Wald, am Ufer des gefrierenden Sees ein Picknick zu veranstalten, wird spätestens dann klar, als Josephine plötzlich abhaut.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2009

Akribische Ortsrecherche, einen fotografisch genauen Blick und ein Händchen für Abgründe attestiert Beatrice Eichmann-Leutenegger der Autorin Ursula Fricker. Als Phänomenologie des Verschwindens ohne psychologische Komponente bezeichnet sie den nunmehr zweiten Roman der Autorin, der den Leser mit der Frage, warum die Figuren in diesem Buch verschwinden, sozusagen allein im Nebel Brandenburgs stehen lässt, wie uns die Besprechung lehrt. Die Rezensentin allerdings empfindet dies nicht als Affront, sondern als spezifische Qualität des Buches, das so die oberflächlich vermutete Kriminalstory auf tiefere Schichten hin transparent macht. Dort zieht es die Rezensentin schnell in albtraumhafte Bereiche, wenn sie mit den Unerklärlichkeiten menschlichen Handelns konfrontiert wird.
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