Alois Bischoff

Das Verhängnis

Roman
Rotpunktverlag, Zürich 2001
ISBN 9783858692146
Gebunden, 248 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Es fängt an wie in einem Heimatroman: Land, Wald, düstere Behausungen, wortkarge Menschen. Hier lebt ein Mann mit dunkler Vergangenheit ? er und seine Mutter haben den gleichen Vater. Der Mann drängt sich in das Leben einer jungen Witwe; nach neun Monaten kommt dann er zur Welt. Er beginnt, vor allem in den Nächten zu leben. Als Jugendlicher versichert er sich der Welt über andere Körper, jagt Sex und Grenzerfahrungen nach; aber auch der Ahnung von Liebe. Später wird er Fotograf und hält sich mit der Kamera an der Welt fest. Doch sie rückt immer näher, die entscheidende Nacht: Er muss sich der Zerreißprobe stellen, ob es eine Freiheit für ihn geben kann oder ob seine schicksalhafte Familiengeschichte ihm nur einen Ausweg lässt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2001

Ein unzeitgemäßer Roman ist für Martin Zingg "Das Verhängnis" von Alois Bischof, ein Autor, über den man hier nichts Näheres erfährt. Das Unzeitgemäße besteht für Zingg wohl in der "topografischen Verdunkelung", die der Roman erdulden muss, ebenso wie die Namenlosigkeit seines Helden, eines traurigen Kerls, dessen Biografie sich nicht "ordnen und runden" will. Dunkel, kühl, fremd - das sind weitere Adjektive, die Zingg zu Bischofs beklemmender Sprache einfallen. Wie ein Korsett schnüre sie die Figur ein, meint der Rezensent, die ihm nach Erlösung zu schreien scheint. Der Schrei aus der Dunkelheit findet Gehör beim Leser und Gnade beim Autor: am Ende könne der Protagonist die dunklen Stellen und das Verhängnis seiner Biografie durchbrechen und erhalte auch endlich einen Namen. Erklärungen lägen dem Autor nicht, teilt Zingg mit.
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