Von Peter Bescherer, Anne Burkardt, Robert Feustel, Gisela Mackenroth und Luzia Sievi. Nicht allein in deindustrialisierten ländlichen Regionen, sondern auch in urbanen Räumen ist eine Verfestigung rechtsautoritärer Orientierungen und eine daran anschließende politische Dynamik zu beobachten. Anhand qualitativer empirischer Studien in Leipzig und Stuttgart diskutiert der Band den Zusammenhang von städtischen Problemen (Wohnraumversorgung, städtebauliche Projekte und Beteiligung, Mobilität- und Energiewende etc.) und rechtspopulistischen Denk- und Handlungsformen. Er schließt damit an Debatten um soziale und/oder kulturelle Ursachen von Rassismus, Nationalismus und Antifeminismus an. Was Städte zu Orten der Demokratiekrise macht und welche spezifischen urbanen Bedingungen für demokratiefeindliche Bewegungen es gibt, wird anhand von Interviews mit Expert*innen sowie einer Analyse rechter Diskurse untersucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.06.2021
Wie sich die AfD kommunale Auseinandersetzungen in Leipzig, Stuttgart und anderswo zu nutze macht, erfährt Rezensent Thomas Gesterkamp in diesem Sammelband mit wissenschaftlichen Beiträgen. Aufschlussreich findet der Rezensent den Ost-West-Vergleich, aber auch den Vergleich zwischen Stadt und Land. Bei letzterem können ihm die Beiträger zeigen, dass sich entgegen landläufigen Annahmen auch im urbanen Umfeld autoritäre Orientierungen verfestigen. Differenzierung ist auch bei "migrationsfeindlichen Schuldzuweisungen" nötig, lernt Gesterkamp weiter: Nicht immer wird die rechte Orientierung der Partei von den konfliktbetroffenen Bürgern übernommen. Dass hinter dem Engagement der AfD eigentlich nie ein echtes Interesse für den einzelnen Konflikt steht, erfährt der Rezensent auch.
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