Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2000
Ulrich Raulff bespricht diesen Band zusammen mit Karen Michels` Buch "Transplantierte Kunstwissenschaft - Deutschsprachige Kunstgeschichte im amerikanischen Exil" (Akademie Verlag).
Der Rezension von Wendlands Handbuch räumt Raulff dabei vergleichsweise wenig Raum ein, lobt aber, dass es mit "allen Schwächen und Stärken einer Enzyklopädie" auch den Randfiguren unter den Kunsthistorikern Raum gibt, und sich auch mit denjenigen beschäftigt, die es nicht mehr schafften zu emigrieren und die entweder in der inneren Emigration lebten oder ins KZ kamen. Anders als das Handbuch bietet Michels "Transplantierte Kunstwissenschaft" nach Auskunft des Rezensenten eine eher problemorientierte Studie zu den Lebenszusammenhängen der Exilierten. An der Studie gefällt ihm vor allem, dass sie neben den Einzelschicksalen der Exilanten auch die Frage berührt, inwieweit die Emigranten "einen spezifischen Beitrag zur englischen und nordamerikanischen Kunstgeschichte und Sammlungskultur geboten haben". Am Beispiel der internationalen Rezeption der Ikonologie belege sie den Einfluss dieser von deutschen Exilanten importierten Denkrichtung. Auch das Klischee vom "kunsthistorisch ungebildeten Amerika" wird von Michels Studie korrigiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2000
Überaus verdienstvoll findet Gregor Wedekind dieses zweibändige Handbuch. "Methodisch vorbildlich" sei es, weil es neben den großen Namen auch den weniger Prominenten unter den exilierten Kunsthistorikern gerecht werde. Der Band sei so nicht nur ein umfangreiches Nachschlagewerk, sondern auch "Gedenktafel" für diejenigen, deren Karriere mit der Vertreibung, Flucht oder Ermordung ein gewaltsames Ende gefunden habe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.05.2000
Andreas Strobl bespricht das Buch zusammen mit "Transplantierte Kunstwissenschaft - die deutschsprachige Kunstgeschichte im amerikanischen Exil" von Karen Michels (Akademie Verlag). Er beginnt seine Rezension mit einem geschichtlichen Ausblick über die Emigration unter den Kunsthistorikern aus Deutschland und Österreich. Einer der berühmtesten - und dennoch hierzulande wieder wahrgenommenen - Emigranten ist der Kunsthistoriker aus Hamburg, Erwin Panowsky. 1933 reiste er nach Amerika aus, wo er sein Fach bleibend prägte, indem er die "Ikonologie" Aby Warburgs, "die interpretative Verbindung von Bildsprache" und Kulturgeschichte, weiterentwickelte. Die Rezension beleuchtet die wenig bekannte Tatsache, dass kein anderes Fach ein solches Ausbluten während der Nazizeit erfahren habe: 250 Kunsthistoriker seien nach 1933 "in die Emigration gezwungen" worden. Die Forschungsarbeiten von Ulrike Wendland und Karen Michels würden gleichzeitig - und unabhängig voneinander - mehr Licht auf die Schicksale dieser Wanderer zwischen der Welten werfen. So biete Michel ein "Handbuch" mit 250 Emigrantenbiografien , während Wendland sich eher verschiedenen Exilländern zuwende. Aus beiden Abhandlungen gehe hervor, dass nur die wenigsten Exilkunsthistoriker zurück in die Heimat wollten, die meisten Stellen seien eh von alten Kollegen besetzt worden.
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