Erwin Schrödinger, der Vater der Quantenmechanik, war ein Bohemien und hielt sich stets eine Reihe von Freundinnen. Als daher ein gewisser Balthasar Schrödinger in der Nachbarschaft einzieht und behauptet, ein Enkel des großen Physikers zu sein, ist Oliver Schwarz auf unbestimmte Art beunruhigt. Sein Misstrauen verstärkt sich, als der Nachbar sich als berufsmäßiger "Zauberer" vorstellt und als erstes Gatliebs Frau und dessen Kinder mit seinem Charme und seinen Geschenken bezaubert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2007
Kaum erwärmen kann sich Rezensent Oliver Jungen für Ulrich Woelks neuen Roman, der, wie schon einige der vorangegangenen Werke des einstigen Astrophysikers, stark mit physikalischem Wissen angereichert ist. Die Transformation von physikalischen Theoremen in eine Geschichte scheint Jungen intellektuell zwar interessant, erzählerisch aber unergiebig und wenig reizvoll. Gegen den Plot - es geht um ein Ehepaar, dessen Beziehung eingeschlafen ist, bis ein zaubernder Enkel des Quantenpyhsikers Erwin Schrödinger auftaucht und für Eifersucht sorgt - will Jungen ja gar nichts sagen. Aber die Ausführung hält er dann doch für recht misslungen, wie er ungnädig schreibt. Die Figuren scheinen ihm "klischeehaft", die Dialoge "mechanisch runtergeschrieben", von Spannung keine Spur. Außerdem hält er dem Autor gerade im Blick die Zauberei vor, allerlei Kitsch und Abgeschmacktes zu fabrizieren.
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