Ulrich Ritzel

Nadjas Katze

Ein Berndorf-Roman
Cover: Nadjas Katze
btb, München 2016
ISBN 9783442756766
Gebunden, 448 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Privatermittler Berndorf ermittelt in eigener Sache … Auf der Suche nach vergessenen Autoren - ihrem Hobby - entdeckt die pensionierte Lehrerin Nadja Schwertfeger in einem Antiquariat ein Heft mit einer Erzählung über das Kriegsende 1945. Stunden vor dem Einmarsch der US-Army hören in einem kleinen Dorf Einheimische, Flüchtlinge und versprengte Soldaten gemeinsam die Rundfunkübertragung zu Hitlers bevorstehendem 56. Geburtstag. Doch als der Strom ausfällt, läuft die Zusammenkunft aus dem Ruder … Eine Erfindung? Nadja stolpert über ein seltsames Detail: die Beschreibung einer schwarzen Stoffkatze mit rosa Tatzen. Sie selbst besitzt eine solche Stoffkatze - es ist die einzige Verbindung zu ihrer Mutter, die ihr dieses Kuscheltier mitgegeben hat, als sie sie nach Kriegsende einer anderen Frau überließ. Nadja beschließt zu recherchieren...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.06.2016

Ulrich Ritzel schreibt in seinem Krimi "Nadjas Katze" über einen Fall, der zwar nicht verjährt, aber weitestgehend vergessen ist, erzählt Rezensent Tobias Gohlis. Privatdetektiv Hans Berndorf, der mittlerweile von Ulm nach Berlin umgesiedelt ist, soll einer Frau helfen, den Wahrheitsgehalt eines Buches zu bestimmen, das sie in einem Antiquariat gefunden hat, und in dem von Ereignissen in einem süddeutschen Dorf kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs die Rede ist, fasst der Rezensent zusammen. Die Frau glaubt, die Spur ihrer verschwundenen Mutter aufnehmen zu können und Berndorf rupft sowieso gerne das Gras aus, das über Sachen gewachsen ist - wie es Ritzel es fünfunddreißig Jahre lang als Journalist selbst so großartig getan hat, erinnert Gohlis.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 28.04.2016

Rezensent Elmar Krekeler kennt Ulrich Ritzel als Autor politischer Kriminalromane, die in der Gegenwart spielen. "Nadjas Katze" breche nun mit dieser Tradition. Das Buch führt in Hitlers letzte Geburtstagsnacht 1945 und ist für Krekeler "die Begehung eines Erinnerungsraums, eine zeitgeschichtliche Nachwanderung". Wer wen ermordet und was später aufgeklärt wird, ist hier nicht entscheidend, findet der Rezensent, ohnehin müsse man an Ritzels Roman einen erweiterten Begriff des Krimigenres anlegen. Wichtiger seien dem Autor und ehemaligen Journalisten die Atmosphäre der letzten Kriegstage sowie die Traumata der Figuren. Krekeler entdeckt Verweise auf Rilke und Hofmannsthal, fühlt sich an Gottfried Benn erinnert und hat letztlich nur lobende Worte für dieses seiner Meinung nach ungewöhnlich und erfreulich ruhige Stück Kriminalliteratur übrig.
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