Der Soziologe Ulrich Beck skizziert in dem Band seinen Eindruck der deutschen Lage und der deutschen Wahlmöglichkeiten. Seine These: Die berechtigte Kritik an der Schröder-Fischer-Politik kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die Pleite Deutschlands vielfältigste Ursachen hat und nicht zuletzt im Kopf beginnt. Nicht das Auswechseln der Regierungsparteien, sondern das Verändern des Denkens ist notwendig, damit etwas politisch in Bewegung gerät. Weder die amtierende Bundesregierung noch die mitregierende oppositionelle Vielleicht-Regierung haben die Kernfrage aufgeworfen: Wie sieht ein Deutschland aus, das aus der Reformpolitik entsteht? Die Hoffnung, daß alles mit ein paar Reförmchen wieder gut wird, trügt. Das Land wird ein anderes werden. Nur wenn Deutschland sich neu findet und erfindet für eine globalisierte Welt, wird es auch in ihr handlungsfähig.
Einen zwiespältigen Eindruck hat Ulrich Becks "Was zur Wahl steht" bei Rezensent Stefan Reinecke hinterlassen. Becks Analyse der gegenwärtigen Krise wertet er als "plausibel, stimmig, richtig", wenn auch nicht als "originell". Es geht um den Verlust des Nationalstaats an Einfluss angesichts der transnationalen Konzerne, um das Ende der Vollbeschäftigung, um die negativen Seiten der globalen Marktwirtschaft, in der das Angebot an Arbeit steigt und die Nachfrage sinkt. Eine "prägnant geschriebene Analyse der Abwärtsspirale" sieht Reinecke in diesem ersten Teil des Buches. Weniger überzeugend findet er dann allerdings den zweiten Teil, wo Beck versucht, den Ausweg aus der Krise darzutun. "So klar die Analyse ausfällt", urteilt Reinecke, "so bemüht klingen die Alternativen." Insbesondere Becks Optimismus, wenn etwa er die Europäische Union als Projekt anpreist, mit dem man den entfesselten Kapitalismus wieder in den Griff bekommen könne, kann Reinecke nicht teilen. Hier sieht er ein Scheitern von Becks Buches . "Aber", resümiert er, "noch wo er scheitert, kann man von ihm immerhin lernen".
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