Mit Hochdruck entwickeln Labore derzeit neue Testverfahren, die bislang verborgene Informationen im Blut lesbar machen und sehr viel früher als bisher mögliche Erkrankungen anzeigen - und das mit einer sehr viel höheren Zuverlässigkeit und einer vergleichsweise geringen Belastung und einem niedrigen Risiko für die Test-Personen. Ulrich Bahnsen macht diese einschneidende Entwicklung anhand konkreter Beispiele zur Krebs-Früherkennung (u.a. als Mammografie-Ersatz), zur vorgeburtlichen Diagnostik (Pränatal-Diagnostik) und zur Forschung über die biologischen Prozesse des Alterns ("Innere Uhr") deutlich. Vor allem aber konfrontiert er uns mit den Fragen zur Ethik, die diese Revolution in der Medizin aufwirft: Wie werden wir mit diesem Wissen umgehen (Stichwort Lebensführung)? Wie können wir entscheiden, was wir wissen wollen und was nicht (Stichwort Eigenverantwortung)? Und was geschieht, wenn diese Informationen in falsche Hände geraten (Stichwort Daten-Missbrauch)? Schon heute kämpfen Pharma-Unternehmen um die Anteile an diesem Markt, der gewaltige Gewinne verspricht …
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.06.2017
"Wissen ist besser als Nichtwissen" stimmt Rezensent Alan Niederer dem Biologen und Wissenschaftsjournalisten Ulrich Bahnsen zu, jedoch bringt alles Wissen bekanntermaßen Verantwortung mit sich. Gerade die mit unseren Kenntnissen über die Genetik verbundene Verantwortung sollte uns bewusst sein und wir müssen sie annehmen, lesen wir. Von dem wissenschaftlichen Weg, der dem aktuellen Wissensstand vorausging, erzählt Bahnsen in seinem Buch über die Geschichte der Blutdiagnostik und das mit einem "Gespür für Dramaturgie", spannend, lehrreich und anregend, lobt der Rezensent.
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