Ulla Hahn

Liebesarten

Erzählungen
Cover: Liebesarten
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2006
ISBN 9783421059536
Gebunden, 240 Seiten, 17,50 EUR

Klappentext

Geschichten von selbstloser Hingabe, eitler Eigenliebe, idealistischer Menschenliebe oder dem Genuss des Augenblicks. Es sind Wege, wie Menschen zueinanderfinden, wie sie miteinander- und auch wieder auseinandergehen, die Ulla Hahn hier nachzeichnet. Erzählungen von Leidenschaft, Verzweiflung und trotzigem Glück, "Liebesarten" eben, wie wir alle sie kennen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.02.2007

Die Liebe im Plural ist das, was Ulla Hahn in ihren Erzählungen interessiert. Und da hat der Rezensent Nico Bleutge auch gar nichts dagegen. Das Problem - und er hat eins - sieht er vielmehr darin, dass die Liebe im Plural sich bei Ulla Hahn eigentlich immer gleich anhört. Und darin, dass auch überhaupt zuviel gequasselt wird in zu einheitlichem Ton von den Figuren, was dazu führt, dass auch eine Zwölfjährige nicht so viel anders klingt als ein C4-Professor der Germanistik. Es bleiben am Ende weder "Geheimnis" noch "offene Stellen", alles verschlinge, klagt Bleutge, der immergleiche "Singsang" der wortreichen Prosa von Ulla Hahn, noch da, wo die Grundidee eigentlich gut war wie in der Erzählung vom Sonderling Wilhelm in "Wilhelm und die Musik".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2006

Ulla Hahns Erzählungen von der Liebe machen den Rezensenten Friedmar Apel nur teilweise glücklich. Er scheint sogar fast ein bisschen verärgert darüber, dass die Autorin nicht endlich ihr erzählerisches und handwerkliches Talent ausspielt, ohne es mit Kindereien zu sabotieren. Wie auch in früheren Werken liebäugele Hahn mit "Kitsch, Jargon und literarischen Versatzstücken", allerdings auf mehr oder weniger überzeugende Weise, wie der Rezensent findet. Auch Hahns Versuch, sehr unterschiedliche Erzählperspektiven einzunehmen (bis hin zu der einer Motte), erregt eher Bedauern beim Rezensenten, dem Hahn am besten gefällt, sobald sie ihre 'eigene' Perspektive (die einer Frau in ihrem Alter) einnimmt. So lesen sich ihre Erzählungen für Apel als eine Mischung aus einer Einheit "Hochkunst" und einer Einheit "Gefühlsplunder". Auf letzteres hätte der Rezensent gerne verzichtet.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.08.2006

Der Erzählungsband von Ulla Hahn über die Möglichkeiten der Liebe führe nicht geradewegs ins Glück, konstatiert Jochen Jung. Die Autorin beschreibe anhand einer Typologie der Liebe nicht die "leisen Liebesweisen", sondern erspähe hinter dem glorifizierten Gefühl eher Wahrheiten vom Kaliber "Sozialpartnerschaft" oder "Prestigeobjekt". Vor allem gehe es um die Leidensfähigkeit der bürgerlichen (älteren) Frau und ihre selbst gesetzten moralischen und sozialen Grenzen. Der Rezensent macht in den dreizehn Erzählungen einen "erkenntnisstiftenden bösen Blick" aus, der nicht individualisiere, sondern typologisiere, wie es sich in den austauschbaren Namen und dem Aussehen der Protagonistinnen ausdrücke. Lediglich die Umgebung konkretisiere die Autorin, und besonders hier komme die Schönheit der Hahnschen Sprache nach Ansicht des Rezensenten dann auch voll zum Tragen.
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