Aus dem Finnischen von Anke Michler-Janhunen und Regine Pirschel. Subversiv, ihrer Zeit voraus, sich allen Konventionen verweigernd. Allem voran stellte Tove Jansson die Kunst, die Suche nach neuen Ausdrucksformen. Aber sie war auch Familienmensch, zuverlässig, besonnen, genügsam, reich an Liebe und Empathie. In Tuula Karjalainens reich bebilderter Biografie tritt uns diese außergewöhnliche Künstlerin lebendig entgegen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2015
Aldo Keel versetzt Tuula Karjalainens Biografie über die Illustratorin und Karikaturistin Tove Jansson vor allem in die Mumins-Welt. Dass die Finnlandschwedin freilich auch andere Werke schuf, dass sie mit den nilpferdartigen Trollen Krieg und Elend kompensierte und mit ihrer Homosexualität in den 70er Jahren richtig aneckte, erfährt er allerdings auch im Band. Fundiert und reich bebildert, erzählt das Buch dem Rezensenten vom Leben einer Künstlerin mit eigenem Kopf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.08.2014
Kristina Maidt-Zinke wundert sich kaum noch über den Mumin-Boom, der ihr hundert Jahre nach der Geburt der Zeichnerin und Autorin Tove Jansson seinen Höhepunkt erreicht zu haben scheint. Das Begleitbuch zur Geburtstagsausstellung in Helsinki, für Maidt-Zinke eine profunde Biografie, liest sie als Chance, sich mit dem Werdegang Janssons vertraut zu machen. Dass der reich bebilderte, auf Tagebüchern und Briefen basierende Band frei von literarischen Ambitionen daherkommt, findet die Rezensentin offenbar in Ordnung. Etwas problematisch erscheint ihr die Orientierung des Textes am Insiderwissen der finnlandschwedischen Intellektuellenszene. Jansson als unkonventionelle finnlandschwedische Bohèmienne allerdings wird für Maidt-Zinke allemal sichtbar.
Die ganze Tragik des Daseins, aber auch des Selbstverständnisses der Zeichnerin Tove Jansson vermag Wieland Freund in Tuula Karjalainens Jansson-Biografie zu entdecken. Der Rezensent blättert in dem reich bebilderten Buch und erfährt, wie Jansson ihre berühmten Mumins zunächst als angsteinflößende, die Lebenserfahrungen und nächsten Mitmenschen der Autorin widerspiegelde Wesen entwirft, die im Verlauf des Krieges jedoch zu guten Geistern umgewertet werden. Darüber hinaus lernt Freund bei Karjalainen, wie sich die Zeichnerin mit zunehmendem Erfolg als Sklavin ihrer Comic-Schöpfungen empfindet und sich schließlich davon befreit.
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