René Nyberg

Der letzte Zug nach Moskau

Zwei Freundinnen, zwei Schicksale, eine jüdische Familiengeschichte
Cover: Der letzte Zug nach Moskau
dtv, München 2019
ISBN 9783423281737
Gebunden, 240 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Finnischen von Angela Plöger. "Mutter Jüdin, aber hat die Deutsche Schule besucht." Diese Notiz über sich fand René Nyberg eines Tages in den Unterlagen des finnischen Außenministeriums, für das er als Diplomat tätig war. Dass seine Mutter Fanny Jüdin war, hatte er selbst erst als Jugendlicher erfahren. Viel mehr wusste er lange Zeit nicht, denn es wurde in der Familie kaum darüber gesprochen. Erst Jahrzehnte später, als er Lena, die Tochter von Fannys heißgeliebter Cousine Mascha kennenlernte, die inzwischen in Israel lebte, beschloss er, der Geschichte seiner Familie nachzugehen. Er forschte in Archiven, befragte Zeitzeugen, sammelte verstreute Familiendokumente und studierte die einschlägige historische Literatur. So konnte er schließlich diese außergewöhnliche und abenteuerliche Familiengeschichte erzählen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2019

Rezensentin Kerstin Holm überzeugt das Buch des finnischen Politikwissenschaftlers und Diplomaten Rene Nyberg wegen der minutiös recherchierten, objektiv umgesetzten Verbindung von Nybergs Familiengeschichte mit der Geschichte des osteuropäischen Judentums. Der von Angela Plöger genau übertragene Text lässt Holm eintauchen in tragische Familienschicksale in der Sowjetunion während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und vermittelt ihr jüdische Siedlungsbewegungen quasi aus der Vogelperspektive. So schrecklich die im Buch berichteten Umstände von Flucht, Vertreibung und Vernichtung, so faktenorientiert Nybergs Stil, erklärt Holm, die aber auch die filmische Dramatik mancher Passagen erkennt, etwa wenn es um die Vernichtung der Juden von Riga geht und um die Wiederkehr der wenigen Überlebenden von Nybergs Familie in die leere Stadt.

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