Aus dem Englischen von Silvia Morawetz. Maurice Messer erkennt ein gutes Produkt, wenn es vor ihm steht und seien wir doch mal ehrlich: Wann schlagen Spenderherzen höher als bei dem Wort "Holocaust"? Doch Maurice ist nicht der Einzige, der in den Geldtöpfen der Gedenkindustrie fischen will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2009
Wenn es so etwas wie eine Erklärung für das Scheitern dieses Romans auf ganzer Linie gibt, könnte es "persönliche Ranküne" sein, vermutet Stephan Wackwitz. Die aus Tova Reichs Familiengroteske abgefeuerten Breitseiten gegen das Washingtoner Holocaust Memorial Museum (für Wackwitz eines der "besten Geschichtsmuseen überhaupt"), meint er, könnten mit den Unstimmigkeiten und dem Rücktritt von Reichs Ehemann als Direktor des Museums zu tun haben. Das Buch wird dadurch auch nicht besser, wie der Rezensent unmissverständlich mitteilt. Wo immer er es aufschlägt: nichts als antisemitische Klischees, Trivialliterarisches, billiger Wortwitz, "ermüdend groteskes" Personal. Von der langweiligen und vorhersehbaren Handlung ganz abgesehen. Und die Anwürfe gegen das Holocaust-Museum? Ein Witz, meint Wackwitz. Für ihn ist das Buch auf ganzer Linie gescheitert. Politisch, moralisch, ästhetisch.
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