Aus dem Englischen von Frank Sievers. Jungs in einem Internat erleben, wie sich ihr geheimes Begehren in Grausamkeit und Verrat verkehrt, trans* Menschen planen nichts weniger als die Übernahme der Weltherrschaft, Holzfäller feiern ausgelassen ein Fest im Wald, bis ein Teil der Männer als Frauen auftritt, und ein Crossdresser verzweifelt an einem Partywochenende in Las Vegas zwischen zwei Versuchungen. Vier Texte verschmelzen zu einer Coming-of-Age-Geschichte, einer Geschichte des Ausprobierens.
Beeindruckt ist Rezensentin Carola Ebeling von Torrey Peters' Buch, das als Roman deklariert ist, tatsächlich aber vier verschiedene, thematisch miteinander verbundene Geschichten erzählt. In allen geht es um queere Figuren, die Erfahrungen von trans*Menschen sind Peters laut Ebeling besonders wichtig, es kommen jedoch auch schwules Begehren, Fetische und anderes zur Sprache. Die einzelnen Geschichten unterscheiden sich in Punkto Genre und Setting stark voneinander, lesen wir bei Ebeling, eine ist der Fantastik zuzuordnen, eine andere eine Teenie-Romanze. Die längste ist die titelgebende dritte Geschichte und mit dieser beschäftigt sich auch die Rezensentin ausführlicher: Sie führt uns mithilfe einer geschickten Exposition ins 19. Jahrhundert in ein Winterlager von Holzfällern. Einer von ihnen entdeckt, an diesem "Hort rauher Männlichkeit", durch ein Ritual in sich den Wunsch als Frau begehrt zu werden. Gut gefällt Ebeling die altertümliche Sprache, in der Peters hier von den Versuchen schreibt, mit unbekannten Gefühlen, Unsicherheiten und Ängsten umzugehen. Überhaupt ist Ebeling sehr angetan davon, wie Peters in ihren Erzählungen emotionale Anknüpfungspunkte schafft. Das ist ein Buch, dessen einfühlsame Schreibweise lange nachwirken wird, glaubt die Rezensentin.
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