Galiani Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783869713175 Broschiert, 288 Seiten, 17,00
EUR
Klappentext
Zwei Unfalltote, bei denen etwas nicht stimmt. Ein mächtiger Bruder, der undurchsichtige Geschäfte betreibt. Eine ehrgeizige Assistentin, die ihn einschüchtert. Und ein ungesühntes Verbrechen, dasnoch immer nach Rache verlangt. - Willkommen in der Welt von Capitano Rossi! Willkommen am Fuße des Monte Bré! Als seine Assistentin, Ispettrice Gemma Crivelli, ihm den Polizeicode für "Mord" gleich zweimal simst, glaubt Capitano Enzo Rossi zuerst, sie habe sich vertippt. Die Zeiten, in denen es im Tessiner Süden etwas zu ermitteln gab, liegen lange zurück. Doch Crivelli hat recht: Zwei unklare Todesfälle innerhalb weniger Stunden! Rossi beginnt zu ermitteln, zugegeben etwas eingerostet und mit einem ausgeprägten Hang zur Improvisation. Als die erste echte Spur auftaucht, verschlägt es ihm den Atem: Seine eigene Familie scheint in die Fälle involviert zu sein. Für Rossi beginnt ein gefährliches Spiel um Loyalität, Verrat und Familienbande …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.07.2026
Rezensentin Sylvia Staude rät, sich nur nicht vom Schlagersängernamen des Autors und vom pittoresken Buchdeckel in die Irre führen zu lassen. Toni Riveras Tessin-Krimi hat es in sich, meint sie. Auch wenn die zwei im Buch verhandelten Todesfälle eher "krimiüblich" abgehandelt werden, bietet der Roman alles andere als harmlose Kost, meint Staude. Zum einen schleppt Polizei-Capitano Rossi ein schweres Gewissen wegen einer tragischen Familiengeschichte und eine sentimentale Müdigkeit mit sich herum, zum anderen ist da sein möglicherweise mit der Mafia zusammenarbeitender schwerreicher Bruder. Die Hauptfrage im Buch ist die nach der Rechtfertigung des eigenen Verhaltens, und die ist beileibe nicht harmlos, findet Staude.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2026
Zunächst ist Rezensent Hannes Hintermeier skeptisch, was die Aufmachung von Toni Riveras Krimi angeht, sieht ihm das Cover doch zu sehr nach Regionalkrimi aus. Die damit assoziierten Sorgen sind aber unbegründet: Sein Ich-Erzähler ist der Ermittler Capitano Rossi, der sich nicht allzu viel Mühe gibt, sympathisch zu sein. Dessen schwierige Beziehungen zu seinen Geschwistern grundieren die Geschichte, darunter ein Kindheitstrauma: der jüngste Bruder ist als Kleinkind in der "reißenden Tresa" ertrunken. Ermitteln soll Rossi in gleich zwei Todesfällen, zwei ältere Männer werden tot aufgefunden, es war höchstwahrscheinlich Mord. Zudem scheint auch noch die Familie des Ermittlers in die Verbrechen involviert zu sein, verrät der Kritiker. Ihm gefällt außerdem, dass der reiche Touristenort Lugano im Roman in all seinen realen Facetten gezeigt wird, mit Verkehrproblemen und Neurechen. Die Figuren sind in Teilen noch ausbaufähig, trotzdem hat der Kritiker Spaß bei der Lektüre.
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