Paul Koschaker (1879-1951), Rechtsprofessor in Leipzig, war Zeuge des Niedergangs des römischen Rechts nach dem Inkrafttreten des BGB. Dieser Prozess wurde vom germanisch orientierten Nationalsozialismus gefördert. Koschaker nahm einen 'entjudeten' Lehrstuhl in Berlin an und hielt dort 1937 einen Vortrag zur "Krise des römischen Rechts", dessen Unterricht durch Betonung der noch fortlebenden Elemente aktualisiert werden sollte. Zudem empfahl Koschaker eine Stärkung des europäischen Gefühls durch die Rückbesinnung auf das romano-germanische Reich der Karolinger. Trotz einer durch die europäische Integration begünstigten Renaissance dieser alteuropäischen Tradition ist es nun an der Zeit, an die von Koschaker versäumte Aktualisierung Europas zu denken. Dieses Ziel wird in einer Reihe fiktiver Interviews mit Koschaker verfolgt.
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