Paul Koschaker (1879-1951), Rechtsprofessor in Leipzig, war Zeuge des Niedergangs des römischen Rechts nach dem Inkrafttreten des BGB. Dieser Prozess wurde vom germanisch orientierten Nationalsozialismus gefördert. Koschaker nahm einen 'entjudeten' Lehrstuhl in Berlin an und hielt dort 1937 einen Vortrag zur "Krise des römischen Rechts", dessen Unterricht durch Betonung der noch fortlebenden Elemente aktualisiert werden sollte. Zudem empfahl Koschaker eine Stärkung des europäischen Gefühls durch die Rückbesinnung auf das romano-germanische Reich der Karolinger. Trotz einer durch die europäische Integration begünstigten Renaissance dieser alteuropäischen Tradition ist es nun an der Zeit, an die von Koschaker versäumte Aktualisierung Europas zu denken. Dieses Ziel wird in einer Reihe fiktiver Interviews mit Koschaker verfolgt.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…