Tomas Lieske

Gran Cafe Boulevard

Roman
Cover: Gran Cafe Boulevard
Gustav Kiepenheuer Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783378006652
Gebunden, 332 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Christiane Kuby. Es ist der Sommer des Jahres 1944, der junge Holländer Taco Albronda sitzt im Zug nach Bilbao. Seine Eltern sind auf dramatische Art ums Leben gekommen, seine Schwestern wundersamerweise verschwunden, und er selbst hat sich eine neue Identität gegeben. Er ist ein professioneller Fälscher, der für die Alliierten und die Nazis arbeitet. Im Zug trifft er die ebenso reizende wie mysteriöse Pili Eguren. Im Gran Cafe Boulevard, einem zauberhaften Kaffeehaus, kommen sie zueinander.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2005

Deja-vu heißt es bei Rezensentin Dorothea Dieckmann, die sich an Tomas Lieskes ersten Roman erinnert fühlt. Schon dort sei ein fulminanter Auftakt vielversprechend im Sande verlaufen. "Rasant und aufwendig" beginne es auch dieses Mal, so Dieckmann, der Held des Romans arbeite als Fälscher in Bilbao kurz nach dem spanischen Bürgerkrieg. Sex and crime, und sogar Einblicke in das Sozialhilfesystem unter den Faschisten würden geboten, bis der Held nach Holland fliehen muss. Daselbst wird er immer noch von Francos Polizei verfolgt, aber im Finale von der Geliebten gerettet. Als "Unterhaltungsroman" bezeichnet die Rezensentin ein solches Handlungsgefüge, bei dem sie gleichwohl die entsprechende "Dynamik" vermisst. Denn die Story, so Dieckmann, verschwinde gewissermaßen in einem "sumpfigen Mündungsdelta" von Erzählsträngen. Auch den Erzählstil, "Lieskes Wille zur Sprachmacht", erkennt die Rezensentin in "Gran Cafe Boulevard" sofort wieder, insbesondere dessen "ironische Führung der Figuren".
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