Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein. "Midaregami", zu Deutsch "wirres Haar", steht für eine Revolution des traditionellen Geschlechterbildes der japanischen Frau, im übertragenen Sinn und zugleich anschaulich konkret. Nicht mit fein gekämmter und manierlich hochgesteckter Frisur präsentiert sich die meisterhafte Dichterin, wie es sich seit Jahrtausenden für ihresgleichen geziemt, sondern ganz im Gegenteil wild, aufgelöst - eben mit "wirrem Haar".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2024
Für kongenial hält Rezensent Steffen Gnam Eduard Klopfensteins Übersetzung der zuerst 1901 in Japan erschienenen Lyriksammlung Yosano Akikos. Die laut Rezensent teils autobiografisch eingefärbten Gedichte der Feministin und Bilderstürmerin Yosano sind für Gnam purer Lesegenuss, auch aufgrund der Mischung aus romantischer "Hofdamenliteratur" und revolutionärem Gestus. In das Fantasie-Kyoto mit Kurtisanen und Tanz, das die Autorin erfindet, lässt sich Gnam gern hineinversetzen, nicht zuletzt weil die Figuren immer mit einem Fuß im Transzendenten zu stehen scheinen und Yosano buddhistische, christliche und schintoistische Elemente vereint, Sinnliches und Übersinnliches.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…