Aus dem Italienischen von Olaf Roth. Tiziano Scarpa erkundet die Welt über die Körperteile - von den Augen bis zu den Füßen. Am Ende des Buches erscheint dem Leser das vermeintlich Bekannte, der eigene Körper, wie der fremdeste aller Planeten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2006
Sabine Löhr ist gewappnet: Nasenklammer, Schlafbrille, Ohropax. Wenn es sich wie bei Tiziano Scarpa "Körper"-Erkundungen um einen Abkömmling des italienischen Pulp, der gioventu cannibale, handelt, geht die Rezensentin lieber kein Risiko ein. Und man kann es förmlich sehen: die Rezensentin schüttelt sich, der "generelle Eindruck der Unappetitlichkeit" überwältigt sie, während Scarpa stinkenden Füße und wabbligen Bauch erforscht, zumal keine größere Erkenntnis die Nabelschau des Dichters ziert. Wer vermag sich schon "Pickel zu einem elegant schimmernden Kunstwerk" zurechtzudenken? Nicht jedes Körperteil hat eben das Zeug zum poetischen topos. Die Rezensentin empfiehlt, diese Körperfantasien auf Italienisch zu lesen - als "raffinierte Schimpfkaskadenvorlage im nächsten Toskana-Urlaub".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…