Stefano Benni

Geister

Roman
Cover: Geister
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783803131560
Gebunden, 414 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Kinder werden mit dem Hubschrauber zur Schule gebracht, die Kommunikation findet über Kopfhörer und Satelliten statt, die Weltkugel rast um sich selbst. Präsident Morton Max bereitet auf der Insel, über die er herrscht, ein Megakonzert vor: zum zehnjährigen Jahrestag des "Gerechten virtuellen Krieges". Aber ein Vulkanausbruch und der Aufstand der Geister vermasseln das Großereignis. Und von ferne grüßen die armen Teufel aus Dantes Höllenkreisen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.06.2001

Höchst amüsant findet Franziska Meier diese "hellsichtige Kritik an Politik und Gesellschaft" in Romanform. In dieser Hinsicht scheint die Rezensentin vom Autor schon einiges gewöhnt zu sein, dieses Buch aber, meint sie, setzt an Fantastik, Witz und Satire noch eins drauf. Wie das geht? Meier entdeckt sowohl Motive aus Märchen und Gespenstergeschichten als auch der Science-Fiction, die mit einer "schrillen, leicht erkennbaren Satire" auf internationale Politik und Kriegführung, auf die Medienwelt und auf andere Phänomene des modernen Lebens "brillant, wenn auch manchmal ein wenig plakativ" verwoben sind. Dafür dass das Buch zwar "kein ästethisches Kunstwerk", dafür aber "ein großes Leseabenteuer" ist, wie Meier beschwören will, macht sie auch die Übersetzung verantwortlich, die den vielen Sprachschichten, -erfindungen und -entstellungen des Originals "bravourös" gerecht wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.05.2001

Den neuen Roman des italienischen Satirikers Stefano Benni bezeichnet Susanne Gießen als Science-Fiction-Roman, aber es ist wohl einer von ganz besonderer Art, denn hier geht es auch um die Klimakatastrophe und den Kosovokrieg, erklärt sie. So, wie sie das Buch vorstellt, ist es dann wohl eher eine beißende Politsatire, in der man bei den Namen der Romanfiguren sehr wohl durchschaut, welche reale Person sich dahinter verbirgt. Eine saftige Glosse könne die absurde Welt nicht besser aufs Korn nehmen, als Benni es in seinem satirischen Roman tut, findet die Rezensentin, und bedauert lediglich, dass die Schärfe bei der Übersetzung ein wenig verloren gehe.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.05.2001

Maike Albath überschlägt sich vor Begeisterung über den jüngsten satirischen, medienkritischen Roman des italienischen Kultautors Stefano Benni, zugleich "Experte für Trashkultur" sprich Fernsehgucker und -kenner, auf gutem Fuße mit den Geistern und auf schlechtem Fuße mit den Politikern und Mächtigen der italienischen Republik stehend. Allein für die Erfindung der Namen gebühre dem 54jährigen Autor ein Preis, schreibt Albath, und dieses gelte gleich für den Übersetzer Schmidt-Henkel mit. Als eine "Mischung aus Apokalypse, Märchen und Ritterepos" bezeichnet die Rezensentin diese Science-Fiction-Comic-mäßig zugerichtete Geschichte, deren naiver Erlösungsgedanke - es sind gute Geister und Kinder, die den Kampf gegen die Mächtigen antreten und gewinnen - durch Bennis "satirisches Talent" nicht ins Süßliche abdrifte.
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