Aus dem Französischen von Katarina Grän. Es musste ja eines Tages soweit kommen: Religiöse Staaten beherrschen fast die ganze Welt. Der Glauben wird Pflicht, Atheisten, Freidenker, Rationalisten, Homosexuelle etc. werden verfolgt. Es gibt keine Bürger mehr, sondern nur noch Gläubige. Für diejenigen, die diesem System entkommen wollen, bleibt nur die Flucht in ein Land, das sich noch dem Druck der theokratischen Regierung widersetzt. Das war auch der Fall bei Boris, einem kritischen Pariser Journalisten, der einen Bischof der Pädophilie beschuldigt hat und von der Polizei verfolgt wird. Er flieht mit Soledad, einer Freundin seiner Kindheit über Avignon, Barcelona nach Lissabon. Mit von der Partie sind Anissa, eine angehende Mutter, die er beschützt, und Pablo, ein ehemaliger Einbrecher. Ihnen auf den Fersen sind Le Querrec, eine Inspektorin des "göttlichen" Justizministeriums und Abdelmalek Chaambi, ein Killer und Sonderbeauftragter des Bischofs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2019
Peter Körte lernt bei Tito Topin, dass sich spannend und dystopisch auch auf knappem Raum erzählen lässt. Topins Geschichte einer nahen Zukunft, in der herrschende Theokratien Kirchenkritiker auf die Flucht durch Europa treiben wie in der Nazizeit, profitiert laut Rezensent von den Erfahrungen des Autors als Drehbuchautor. Knapp, anschaulich und mitreißend sind die Szenen, die sich zu einem actionreichen Road Movie ausweiten, wie Körte erläutert. So klassisch die Plotline, so erstaunlich der Humor und die Gewalt, mit denen Topin seinen Text anreichert, findet Körte.
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