Tim Mohr

Stirb nicht im Warteraum der Zukunft

Die ostdeutschen Punks und der Fall der Mauer
Cover: Stirb nicht im Warteraum der Zukunft
Heyne Verlag, München 2017
ISBN 9783453271272
Gebunden, 560 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Punk begann in Ostdeutschland mit einer Handvoll Jugendlicher in den späten Siebzigerjahren. Inspiriert von geschmuggelten Musikmagazinen und gelegentlichen Bildern aus dem Westfernsehen, schnitten sie sich Löcher in die Jeans und steckten sich Sicherheitsnadeln durch die Ohrlöcher. Es war klar, dass sie damit den staatlichen Behörden auffielen. Harte Repressionen waren die Folge, viele Geschichten sind noch immer unbekannt. Tim Mohr hat ein bis heute kaum bekanntes Kapitel deutscher Geschichte durchleuchtet und ein eindringliches Bild einer vergangenen Zeit gezeichnet.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.04.2017

Als ehemaliger Berliner, der Kontakt zu den Protagonisten der DDR-Punk-Szene der Achtziger hatte, weiß der US-Autor Tim Mohr wovon er schreibt, versichert Rezensent Jens Uthoff. Und so liest der Kritiker trotz Kenntnis diverser Bücher, die sich bereits mit dem Phänomen auseinandersetzten, diesen Gesamtüberblick mit Gewinn - auch, wenn er nicht viel Neues dabei erfährt. Uthoff verfolgt hier noch einmal die wesentlichen Stationen der Bewegung von der Entstehung der Subkultur innerhalb der offenen Arbeit der Kirchen über die Säuberungs- und Verhaftungswellen ab 1983 bis zur Spaltung der Szene, lobt, wie unterhaltsam der Autor die Geschichte der Bands und die Biografien ihrer Protagonisten erzählt und bewundert, wie dramaturgisch geschickt sich der Reader auf das Jahr 1989 zubewegt. Während dem Rezensenten der einordnende Vergleich zu anderen oppositionellen Gruppen zu kurz gerät, er zudem gern mehr über den Standort Leipzig erfahren hätte, lernt er viel Interessantes über andere Punk-Szenen, etwa in Weimar.

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