Propaganda ist eines der zentralen Instrumente politischen Handelns in der Moderne. "Ohne Propaganda kann gar nichts verbreitet werden, keine Philosophie und keine Seife. Propaganda ist das Medium aller Werte geworden", bekannte einst der Schriftsteller Erich Kästner. Trotzdem sind Propaganda und verwandte Kommunikationsformen wie Public Relations in der sozialwissenschaftlichen Diskussion nach wie vor nicht hinreichend erforscht. Weder Politik- noch Kommunikationswissenschaften haben bislang herausgearbeitet, welche demokratietheoretischen, soziologischen und kognitionspsychologischen Annahmen und Basistheorien dem Konzept von Propaganda zugrunde liegen. Diese Lücke schließt das vorliegende Buch.
Sehr erhellend findet Rezensent Jochen Voit diese Studie über das Phänomen der Propaganda des Kommunikationswissenschaftlers Thymian Bussemer. Voigt würdigt die Arbeit als erste systematische Darstellung der theoretischen Grundlagen von Propaganda hierzulande. Die Studie belegt für ihn zudem, dass Wissenschaftsgeschichte "keine dröge Angelegenheit" sein muss. Bussemer biete nicht nur einen Überblick über Propagandakonzepte der letzten hundert Jahre, sondern bringe die Forschungsansätze mit konkreten Herrschaftsstrukturen zusammen. Voit wertet dies als ebenso "spannend" wie "ernüchternd", werde doch deutlich, "wie bereitwillig die Sozialwissenschaften Dienstleister für politische Eliten spielten, in den USA ebenso wie in Deutschland". Auf "nüchterne und einleuchtende Weise" zeichne Bussemer die Geschichte der Propaganda und mithin des akademischen Fachs Kommunikationswissenschaft nach, und zeige dabei auch, wie die Propagande zunehmend den Beigeschmack des Dämonischen verloren hat.
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