Der Astronom Johannes Kepler zählt zu den Begründern der modernen Naturwissenschaft. Er entdeckte die Gesetze der Planetenbewegung und trieb die Erforschung des Universums voran. Thomas Posch entwirft iein umfassendes Porträt Keplers, der auch als Naturphilosoph, Mathematiker und Theologe wirkte. Sein Lebensweg entfaltet sich vor dem historischen Panorama einer Wendezeit, die der Dreißigjährige Krieg bis in die Grundfesten erschütterte. Tycho Brahe, Rudolf II., Wallenstein und Galilei waren Keplers Zeitgenossen. Der Mutter drohte der Scheiterhaufen wegen Hexerei. In Briefen gewährt Kepler berührende Einblicke in sein Innerstes. Der Rückgriff auf bisher kaum bekannte Dokumente garantiert die Lebendigkeit der Darstellung, die sich stets auf neuestem Wissensstand bewegt. Keplers Errungenschaften werden allgemein verständlich in das Lebensbild verwoben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2017
Thomas de Padova lernt aus der "gründlich recherchierten" Kepler-Biografie des Astronomen Thomas Posch, wie humorvoll und ausdauernd neugierig der Naturforscher bei aller professionellen Strenge war. Ein großer Vorzug des Bandes ist für den Rezensenten die Fachkompetenz des Autors, der ihm Keplers Himmelsbeobachtungen "bestens" einzuordnen und die kopernikanische Wende auseinanderzusetzen weiß. Was Posch beim wissenschaftlichen Teil des Buches an Verdienstvollem leistet, vermag der Autor laut Rezensent beim Lebensbild Keplers leider nicht zu wiederholen. Letzteres bleibt blass, meint de Padova, der weder über Keplers Selbstzweifel noch über seine Widersprüche hier Maßgebliches erfährt. Eine umfassende, diese Leerstellen füllende Biografie steht nach Meinung des Rezensenten noch aus.
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