Thomas Pfeiffer

Für Volk und Vaterland

Das Mediennetz der Rechten - Presse, Musik, Internet
Cover: Für Volk und Vaterland
Aufbau Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783746670379
Kartoniert, 527 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Mit 9 Abbildungen. Der deutsche Rechtsextremismus ist zu einer neuen sozialen Bewegung geworden. Flexible Aktionsbündnisse, informell geplante Projekte und regionale Neonazi-Kameradschaften haben traditionellen Organisationsstrukturen von Parteien, Vereinen und Verbänden den Rang abgelaufen. Medien wie Internet und Handys gewährleisten die permanente Mobilisierung und Vernetzung. Spezielle Strategien, die von der diffizilen Rechtslage profitieren, erschweren Gegenmaßnahmen zum Schutz der demokratischen Kultur. Die Studien über Presse, Nationale Infotelefone, Homepages, den Mailbox-Verbund "Thule-Netz" und Rockmusik basieren auch auf Interviews mit Rechtsextremen und Verfassungsschützern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.10.2002

Steffen Kailitz ist zunächst voll des Lobes für die Studie über die Mediennutzung durch Rechtsextreme in Deutschland. Er preist die "sorgfältige" Auswertung der Quellen und lobt den übersichtlichen Aufbau der neun Kapitel. Der Rezensent erwähnt auch, dass der Stil der Studie "flott" und dabei inhaltlich solide ist. Des weiteren beeindruckt Kailitz, dass der Autor nicht nur über die rechtsextreme Szene schreibt, sondern auch mit Rechtsextremen gesprochen hat. Als besonders lobenswert hebt Kailitz die bisher "vernachlässigte" Beachtung des Einflusses des Rechtsextremismus auf die Gothic-Szene hervor, die Pfeiffer analysiert. Nach diesen Lobeshymnen legt der Rezensent dann allerdings Kritik nach. Die zeitliche Eingrenzung der Studie von April bis August 1998 findet er besonders beim schnellen Wandel des Internets "problematisch", wenn er auch anerkennt, dass der Autor die weitere Entwicklung zumindest "skizziert". Störender scheinen ihm dagegen die ungenaue Begrifflichkeit von "Alter" und "Neuer Rechten", die er als "schlicht falsch" moniert. Als gravierendsten Makel kritisiert er schließlich, dass Pfeiffer seine These, die von ihm untersuchten Medien würden die "neue soziale Bewegung der extremen Rechten strukturieren", nicht belegt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2002

In der rechtsextremen Szene gibt es schon seit einer ganzen Weile ein Netz rechter Informationsvermittlung, das sich aus mehr oder weniger direkter rechter Propaganda zusammensetzt, seien es "Nationale Infotelefone", Rechtsrock, Postillen wie die "Junge Freiheit" oder "Nation und Europa", nicht zu vergessen natürlich die Parteizeitungen von DVU und NPD, berichtet Annette Ramelsberger. Sie findet den Band des Journalisten Thomas Pfeiffer wichtig, obwohl sie auch viel Kritik übt. Der Anfang ist interessant und "flott" geschrieben, doch dann, bedauert die Rezensentin, verliert sich Pfeiffer im "Kleinklein". Recht willkürlich erscheint der Rezensentin die Auswahl der angeführten Medien, so fänden die "Nationalzeitung" und die "Deutsche Stimme" gar keine Erwähnung. Gelungen findet Ramelsberger die nähere Betrachtung der "Jungen Freiheit", die stets darum bemüht sei, konservative Prominenz in ihrem Blatt zu präsentieren und sich mit Interviews etwa mit dem Modezar Rudolph Moshammer oder Dr. Mitte schmücke. Das Buch ist immer dann "interessant", wenn es konkret wird, so die Rezensentin. Doch man merke ihm leider an, dass es auf Pfeiffers Doktorarbeit fuße. Oft wird der Leser mit "ungefilterten" Informationen überschüttet, die er nicht richtig einordnen kann, bedauert Ramelsberger.
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