Thomas Mann

Lotte in Weimar. Roman

Große kommentierte Frankfurter Ausgabe, Band 9/1-2. Text und Kommentar in einer Kassette
Cover: Lotte in Weimar. Roman
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783100483362
Gebunden, 1400 Seiten, 78,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und textkritisch durchgesehen von Werner Frizen. In seinem Goethe-Roman ist es Thomas Mann gelungen, "den großen Alten auf die Bühne zu stellen". Ausgangspunkt ist der historisch belegte Besuch Charlotte Kestners, Goethes unglückliche Jugendliebe und Vorbild für die Figur der Lotte im 'Werther', 1816 in Weimar. Geschickt arrangiert Thomas Mann die Begegnung Lottes mit Goethe, es kommt zu Gesprächen, von denen sich Lotte Aufschluss über die frühere Leidenschaft erhofft.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.01.2004

Als "vorzügliche Neuedition" würdigt Lothar Müller diese von Werner Frizen herausgegebene und kommentierte Ausgabe von Thomas Manns Roman "Lotte in Weimar". Dass Frizen auf Grundlage der Handschrift umsichtig zahlreiche Korrekturen vornimmt, und somit das "historische Kolorit" des Romans restauriert und die den Reiz der "eigentümlich zwittrigen Orthografie" Manns bewahrt, findet bereits Müllers ungeteilten Beifall. Durch Frizens in einem separaten Band gedruckten Kommentar aber wird die Ausgabe für Müller zum "Ereignis". Mustergültig kläre Frizen nämlich die Frage, wie und zu welchem Ende Mann kurz vor, während und nach der Übersiedlung ins amerikanische Exil dieses Buch verfasst hat sowie die Frage, wie er aus dem Besuch der Hannöverschen Hofrätin Charlotte Kestner und ihrer Tochter in Weimar im September 1816 - Goethe selbst hatte nur zwei lapidare Notizen dafür übrig - einen ganzen Roman gemacht hat. Zur Freude des Rezensenten liefert Frizen dabei nicht nur eine "minutiöse Nachzeichnung" der Entstehungsgeschichte des Romans, sondern auch einen kommentierten Überblick über die Quellen, aus denen Mann schöpfte - neben den Goethe-Reminiszenzen der Weimarer Zeitgenossen und der Goethe-Philologie des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts war das vor allem auch die nicht-zünftige Goethe-Philologie mit ihrem starken Interesse am "pathologischen" Goethe.

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