In diesem Buch gewährt Thomas de Maizière außergewöhnlich tiefe Einblicke in das Innenleben der Politik. Er äußert sich offen über bedeutende politische Ereignisse wie die Verhandlungen zur Wiedervereinigung oder den Kampf der Großen Koalition gegen die Weltfinanzkrise. Mit Leidenschaft verteidigt er die Politik - und spart dabei nicht mit Kritik, auch an der eigenen Partei. Gleichzeitig wehrt er sich vehement gegen die weitverbreitete Stimmung, Politiker seien korrupt, egoistisch und könnten das Land nicht regieren. Er spricht über das Fundament seiner Werte, die Verantwortung von Soldaten und die historische Schuld des Militärs im Zweiten Weltkrieg; über die Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit und erlaubte Notlügen; über seinen Glauben an die Auferstehung; wie ihn Niederlagen und Verletzungen weiterbringen und welche Ratschläge seines Vaters er noch heute berücksichtigt.
Heinrich Wefing kann diesem Buch des Verteidigungsministers Thomas de Maizière viel abgewinnen, der sich darin als ein tüchtiger Vertreter der preußischen Funktionärsaristokratie präsentiert, der Politik eher aus dem Apparat heraus gestaltet als in der Hitze des öffentlichen Gefechts. Im Gespräch mit dem SZ-Redakteur erzählt de Maizière von seiner Jugend als Sohn eines Bundeswehr-Offiziers in Bonn, seine Beamtenkarriere in verschiedenen Ministerien, seine Arbeit als Ministers. Enthüllungen sollte man sich lieber nicht erwarten, baut Wefing falschen Erwartungen vor, was man von de Maizière erfahren kann, ist die Erklärung politischer Technik: Wie werden Informationen gesteuert, wie Regierungspolitik gestaltet, Koalitionen organisiert. Interessant erscheinen Wefing aber auch die inhaltlichen Fragen, die de Maizière aufwirft, etwa wie abhängig eine Informationsgesellschaft von Großkonzernen werden darf.
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