"Auslöschung" ist Thomas Bernhards letzter großer Roman. Es ist die Niederschrift des Erzählers Franz-Josef Murau, der über den Ort seiner Herkunft schreibt, um ihn auszulöschen. Dieser Herkunftskomplex nimmt seinen Anfang in Schloß Wolfsegg. Das ist der Ort, wo Murau aufgewachsen ist, und den er endgültig verlassen und vergessen will. Er beginnt zu schreiben, um einen radikalen Kahlschlag zu vollenden.
Franz Schuh ist ganz einer Meinung mit George Steiner: Thomas Bernhard gehört zu den "großen Stimmen" der Kultur, nach denen man heute vergeblich sucht. Er empfiehlt jedem als Einstieg Bernhards "Auslöschung - Ein Zerfall", dessen Erzähler Franz-Josef Murau ein klassisches modernes Individuum sei: "gereizt, ständig in Ambivalenzen verstrickt". Ganz gegen den Trend jeder Kirchentagsduselei will dieser Erzähler seine Wurzeln nicht suchen, sondern auslöschen. Zentrales Thema dieses Buchs ist für Schuh die Geistlosigkeit österreichischer Eliten, die jeden denkenden Menschen, und stammt er auch aus der eigenen Familie, zum Außenseiter abstempelt.
Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Szczepan Twardoch: Sehnsucht Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Erwin Piontek, Bergmann im Ruhestand, geht seinen Lebenstraum - eine Weltumseglung - bescheiden an: im Boot auf einem Stausee. Doch während… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…