"Auslöschung" ist Thomas Bernhards letzter großer Roman. Es ist die Niederschrift des Erzählers Franz-Josef Murau, der über den Ort seiner Herkunft schreibt, um ihn auszulöschen. Dieser Herkunftskomplex nimmt seinen Anfang in Schloß Wolfsegg. Das ist der Ort, wo Murau aufgewachsen ist, und den er endgültig verlassen und vergessen will. Er beginnt zu schreiben, um einen radikalen Kahlschlag zu vollenden.
Franz Schuh ist ganz einer Meinung mit George Steiner: Thomas Bernhard gehört zu den "großen Stimmen" der Kultur, nach denen man heute vergeblich sucht. Er empfiehlt jedem als Einstieg Bernhards "Auslöschung - Ein Zerfall", dessen Erzähler Franz-Josef Murau ein klassisches modernes Individuum sei: "gereizt, ständig in Ambivalenzen verstrickt". Ganz gegen den Trend jeder Kirchentagsduselei will dieser Erzähler seine Wurzeln nicht suchen, sondern auslöschen. Zentrales Thema dieses Buchs ist für Schuh die Geistlosigkeit österreichischer Eliten, die jeden denkenden Menschen, und stammt er auch aus der eigenen Familie, zum Außenseiter abstempelt.
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