Aus dem Englischen von Angelika Kaufmann. George Fowler ist der Kopf eines weitverzweigten Londoner Unterweltimperiums. Pornografie, im Großbritannien der 1970er illegal, ermöglicht ihm unschätzbare Einnahmen; Gewalt und Korruption halten die Maschine in Gang. Dieses hochgefährliche Gemisch droht zu explodieren, als er herausfindet, dass einige seiner Leute in die eigene Tasche wirtschaften. Als die Situation trotz einiger Säuberungsaktionen weiter eskaliert, taucht er für eine Weile in Mablethorpe unter, einem langweiligen Kaff an der Küste, um aus der Schusslinie und aus den Schlagzeilen zu verschwinden. Dies scheint fürs Erste zu gelingen, doch wohin mit den grausamen Erinnerungen, wenn man zu viel Zeit zum Nachdenkenhat? George Fowler legt sie auf Eis und gießt Scotch darüber ... viel Scotch ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2021
Rezensent Hannes Hintermeier empfiehlt Ted Lewis' erstmals 1980 veröffentlichten Noir über einen Londoner Porno-Ring in Angelika Müllers Neuübersetzung, auch wenn dem Buch ein gründlicheres Lektorat gut getan hätte, wie er meint. Dass der Roman ihn dennoch fesselt, spricht für den Autor und seine Kunst. Die liegt laut Hintermeier in der bloßen Andeutung von Gewalt und Perversion, was die Leserfantasie anregt, im geschickten Arrangement der Erzählstränge und darin, identifikatorisch wenig brauchbaren Figuren dennoch so etwas wie tragische Tiefe zu verleihen.
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