Tan Twan Eng

Die Gabe des Regens

Roman
Cover: Die Gabe des Regens
DuMont Verlag, Köln 2026
ISBN 9783755800194
Gebunden, 608 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Simone Jakob. Penang 1939. Der 16-jährige Philip Hutton ist ein Einzelgänger. Halb englisch, halb chinesisch kommt er sich nach dem Tod seiner chinesischen Mutter in seiner reichen, gänzlich englischen Familie wie ein Fremder vor. Als er Hayato Endo, einen japanischen Diplomaten, kennenlernt und mit ihm Freundschaft schließt, fühlt er sich nach langer Zeit erstmals wieder einem Menschen zugehörig. Philip zeigt seinem neuen, deutlich älteren Freund seine geliebte Insel Penang, Endo seinerseits führt Philip in die Kunst und die Disziplin des Aikido ein. Ihre Freundschaft stößt auf viel Feindseligkeit: Die Chinesen hassen die Besatzungsmacht Japan, die im in Europa aufziehenden Krieg die Position der Faschisten unterstützt. Als Japan Malaya besetzt, erfährt Philip, dass sein Lehrer, dem er zu absoluter Loyalität verpflichtet ist, ein japanischer Agent ist. Der junge Philip ist, ohne es zu ahnen, zum Verräter geworden und muss sein Wissen für sich behalten, um so viele Leben wie möglich retten zu können - denn auch seine Familie ist in Gefahr.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.10.2026

Der malaysische Schriftsteller Tan Twan Eng macht in seinem Roman wieder die britische Kolonialzeit auf der Halbinsel Penang zum Thema, erklärt Rezensent Marko Martin. Sein Protagonist Philip Arminius Khoo-Hutton, Sohn einer Chinesin und eines Engländers, trifft mit sechzehn Jahren den einflussreichen japanischen Diplomaten Endo-san, der eine große Leidenschaft für Aikido hat, vor allem aber ein japanischer Spion ist, wie wir lesen. Als die Briten im Zweiten Weltkrieg von den Japanern verjagt und gefoltert werden und Japan ein brutales Militärregime errichtet, gerät auch Philip zwischen die Fronten. Endo-san bleibt ihm jedoch ein Vertrauter, der ihm hilft, Verwandte und Freunde vor der Militärpolizei zu retten. Diese Konstellation kann auf europäische Leser vielleicht etwas irritierend wirken, meint Martin, aber das ist ja auch gut so, denn das hier ist "Weltliteratur", die nunmal nicht gefällig ist. Ein bisschen Geduld verlangt Martin vor allem die Detailliertheit der Aikido-Szenen manchmal ab, aber, versichert er, es lohnt sich allemal. Tan Twan Eng sei ein Meister der Subtilität, klassische Suspense könne er aber auch. Das Ganze ist "elegant" übersetzt von Simone Jakob, lobt der Kritiker am Ende der positiven Rezension. 

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