Tamta Melaschwili

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Roman
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Unionsverlag, Zürich 2012
ISBN 9783293004399
Gebunden, 120 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Georgischen von Natia Mikeladse. Mittwoch, Donnerstag, Freitag – drei aufregende Tage für Ninzo und Ketewan, genannt Zknapi. Drei Tage, an denen die 13-jährigen Freundinnen nicht nur die üblichen Freuden und Leiden des Mädchenseins erleben, sondern auch erfahren, was es heißt, in einer gottverlassenen Konfliktzone zu leben, in der sonst bloß noch Kinder, Alte und Krüppel verblieben sind. Gewitzt muss man sein, sich was einfallen lassen. Sonst kommt man nirgendwohin, nicht an Kleider, nicht an Monatsbinden, nicht an Zigaretten und auch nicht an Milch für das Brüderchen.
Was zu Friedenszeiten Recht und schicklich war, gilt nun schon lang nicht mehr. Krieg ist mehr als reine Männersache, und doch muss man bei aller mädchenhaften Gerissenheit manchmal ganz, ganz tapfer sein.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.03.2012

Erreicht sieht Barbara Oertel Tamta Melaschwilis Absicht, die in ihrem Debütroman geschilderten Kriegstragödien aus einem konkret benennbaren Konflikt herauszulösen und als universell gültige Aspekte von Kriegen im Allgemeinen zu konturieren. Zentral ist dabei, schildert die Rezensentin in einer ausführlichen Inhaltsbeschreibung, die weibliche Perspektive auf das Geschehen, insbesondere die eines jungen Mädchens an der Grenze der Pubertät. "Schwülstigkeit und Pathos", bei der literarischen Aufarbeitung von Kriegsträgodien sonst oft anzutreffen, fehlen hier gottlob, atmet die Rezensentin auf und lobt die Autorin für ihren knapp gehaltenen Stil, der sich erfolgreich in den Dienst dieses Romans stelle.
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