Tamara Bach

Marienbilder

(Ab 14 Jahre)
Cover: Marienbilder
Carlsen Verlag, Hamburg 2014
ISBN 9783551582997
Broschiert, 136 Seiten, 13,90 EUR

Klappentext

Mareikes Mutter ist verschwunden. Einfach weg. Von einem Tag auf den anderen. Warum und wohin? Mareike hat keine Ahnung. Auch nicht, wie sie darauf reagieren soll. Ebenso wenig wie ihr Vater und ihre Geschwister. Also machen alle erst einmal so weiter wie bisher, als wäre nichts geschehen. Aber dann macht sich Mareike auf den Weg und versucht, sich ihre Geschichte zusammenzureimen. Doch von jeder Geschichte gibt es unendlich viele Versionen. Und alle sind nur Möglichkeiten. Welche wird Mareike zu ihrem Leben zusammensetzen?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.05.2014

Klug komponiert findet Rezensentin Christine Knödler die Geschichte um eine Mutter, die von einem Tag auf den anderen ihre Familie verlässt. Besonders die Kunst des Auslassens scheint ihr die Autorin Tamara Bach gut zu beherrschen, wenn sie eine Generationengeschichte erzählt, in der der Liebe immer etwas Falsches anhaftet und dem Leben etwas von einer verpassten Möglichkeit. Wie konnte es so weit kommen? Der Frage geht die Autorin laut Knödler mit Tiefenbohrungen durch die Geschichte, durch Erfahrung und Erinnerung nach und immer wieder mit dem Marienbild als Platzhalter für Erwartung und Enttäuschung. Es scheint der Rezensentin, als sei einzig das Erzählen imstande, Verlässliches zu sagen, den Figuren einen Platz zuzuweisen. Stilistisch findet Knödler die Autorin reifer und radikaler denn je, fast virtuos.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2014

Erzählen um das eigene Leben. Was das bedeutet, erfährt Tilman Spreckelsen in diesem Jugendbuch von Tamara Bach. Dass die Autorin mit ihrer Geschichte um Eltern, die sich trennen, eine Mutter, die plötzlich verschwindet, um eine Abtreibung und um die Kinderperspektive auf solcherlei schwere Dinge eine ganze Menge wagt, ist Spreckelsen klar. Das große Thema Sehnsucht, meint er, hat die Autorin aber dennoch durchaus im Griff. Gerade indem die Autorin tastend und häufig in der Möglichkeitsform erzählt, wird für den Rezensenten die Zerissenheit von Biografien zwischen Wahl und Schicksal greifbar.
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